Chartskommentar: Manche kommen immer wieder

Im Boxsport heißt es „They Never Come Back“. Das trifft in der Musikbranche nicht zu. Alben von Genesis und Crosby, Stills, Nash & Young untermauern diesen Sachverhalt.

Turn It On Again – The Hits„, von Genesis ist nicht nur die erste Best-Of-CD in der Geschichte der britischen Formation. Sie schafft auch als erste Hit-Zusammenstellung eines Künstlers dieses Jahr den Sprung direkt an die Spitze der Charts. Vor Genesis plazierten sich 1999 bereits zehn CDs von null auf eins: „Comics & Pin-Ups“ von Bap machte im Februar den Anfang, gefolgt im Februar von „Alone„, dem achten Album von Modern Talking. Im Mai stiegen „Bury The Hatchet“ von den Cranberries, „4:99“ von den Fantastischen Vier und „Millennium“ von den Backstreet Boys auf eins ein. „Synkronized“ von Jamiroquai schaffte den Sprung im Juni, Rammstein mit „Live aus Berlin“ und Echt mit „Freischwimmer“ zogen im September nach. Im Oktober plazierten sich dann „Brand New Day“ von Sting und zuletzt die Bloodhound Gang mit „Hooray For Boobies“ ganz oben. Die Gruppe Genesis hingegen mußte acht Jahre auf die Pole Position warten. Denn seit 1983, als das Album „Genesis“ Position eins erreichte, erlebte die Band einen beständigen Wechsel zwischen Rang eins und zwei: 1986 schaffte „Invisible Touch“ Nummer zwei, bevor „We Can’t Dance“ 1991 wieder die Spitze erreichte. Das Album „Calling All Stations„, das die Band mit dem neuen Sänger Ray Wilson 1997 veröffentlichte, plazierte sich hinwiederum auf dem zweiten Rang.

Auf dem Album „We Can’t Dance“, das am meisten Exemplare von allen Genesis-Platten verkaufte, findet sich auch der Titel „Tell Me Why“. Der höchste Aufsteiger in den Singles-Charts heißt ebenfalls „Tell Me Why„, ist aber nicht mit dem gleichnamigen Song von Genesis identisch. Das Lied von Prezioso feat. Marvin klettert von Rang 80 auf 57. Auch die Beatles hatten 1964 diesen Songtitel für sich entdeckt, als sie ein Stück gleichen Namens für das Album „A Hard Day’s Night“ schrieben. Schließlich nahm Neil Young 1970 ebenfalls einen Song mit dem Titel „Tell Me Why“ für sein Album „After The Goldrush“ auf. l In der alten Besetzung David Crosby, Stephen Stills, Graham Nash und Neil Young spielte die Formation mit „Looking Forward“ ihr drittes Studioalbum in 30 Jahren ein, das auf Platz zehn in die Album-Charts einsteigt. 1970 erreichte „Deja Vu“ Rang 39, 1988 plazierte sich „American Dream“ auf Platz 48.

Die Eurythmics reihen sich ein in einen kleinen Club von Rekordhaltern: Nach acht Jahren Unterbrechung steigt ihr Album „Greatest Hits“, das sich 1991 erstmals in der Hitparade plazierte, wieder in die Album-Charts ein. Sieben Jahre liegen zwischen dem Erst- und Wiedereinstieg des Albums „4630 Bochum“ von Herbert Grönemeyer, das 1984 erschien und 1991 wieder einstieg. Die Band Nirvana veröffentlichte 1991 „Nevermind“, das sich, ebenfalls nach sieben Jahren, 1998 erneut plazierte.