Charts KW48: Beatlemania und „Big Brother“-Kult

Die Beatles landen ebenso ein glanzvolles Comeback wie Soulgrazie Sade. Auch gefragt sind Live-Alben und das Gesangsdebüt von Ekel Christian aus der bekannten TV-WG.

*30 Jahre nach Auflösung der Band hat die Veröffentlichung des neuen Hit-Samplers „1“ eine neue Welle der Beatlemania ausgelöst. So schoss das Album in Deutschland nach Verkäufen von mehr als 300.000 Exemplaren innerhalb der ersten Woche direkt an die Spitze der Charts. Es ist das elfte Beatles-Album auf dem deutschen Hitlisten-Thron. Das Quartett verbuchte zuvor Spitzenreiter mit den Longplayern „With The Beatles“ und „Yeah! Yeah! Yeah!“ (beide 1964) sowie „Beatles For Sale“ und „Help! (jeweils 1965) und landete auch 1966 mit „Rubber Soul“ und „Revolver“ zwei Nummer-eins-Longplayer. Es folgten „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ (1967), „The Beatles“ (1968) und „Abbey Road“ (1969). Von den Veröffentlichungen nach dem Split der Gruppe erreichte vor dem neuen Album nur die „Anthology 1“ anno 1995 den Platz an der Sonne. In Großbritannien debütiert „1“ ebenfalls auf dem Spitzenplatz und stellt mit 319.000 abgesetzten Exemplaren in Verkaufswoche eins einen neuen Jahresrekord auf. Das Ergebnis übertrumpft den Wert des Albums „Sing When You’re Winning“ von Robbie Williams um 6.000 Stück. In ihrem Heimatland ist „1“ bereits das 15. Beatles-Album auf Platz eins. Eine wohl einmalige Serie legte die Band auf der Insel zu Beginn ihrer Karriere hin. Das Debütalbum „Please Please Me“ hielt sich von Mai bis Dezember 1963 30 Wochen auf Rang eins, um vom Nachfolger „With The Beatles“ abgelöst zu werden, der 21 Wochen auf dem Charts-Gipfel verweilte. Zurück in die Gegenwart: „1“ ist auch in Irland, Australien und Japan Nummer eins.

*Von den Fab Four zu den Fantastischen Vier: Die Rapper aus Schwaben belegen mit „MTV Unplugged“ weiter Platz sieben der deutschen Longplay-Charts und führen damit die Reihe reüssierender Live-Mitschnitte an. Elton John ist mit seiner Konzertkonserve „One Night Only – The Greatest Hits Live““ neu auf Rang 21 dabei. Blink 182 folgt mit „The Mark, Tom, And Travis Show (The Enema Strikes Back)““ auf Rang 56 und Oasis liegt mit dem ersten Live-Album der Band, „Familiar To Millions (Live From Wembley)“, auf Platz 57.

*Ein Comeback schafft Sade, die mit dem Album „Lovers Rock“ auf Rang vier einsteigt. Erfolgreicher war die Sängerin mit der sanften Soul-Stimme in Deutschland nur mit ihren ersten beiden Longplayern „Diamond Life“ (1984 auf eins) und „Promise“ (1985) auf zwei.

*Bei den Singles räumt mit Christian der erste singende Repräsentant der zweiten „Big Brother“-Staffel ab. Mit dem Song „Es ist geil ein Arschloch zu sein“ pflegt der „Nominator“ sein Image als Stinkstiefel mit Unterhaltungswert und schießt direkt auf Platz eins. Auch in den Top 100 vertreten sind zwei „Big Brother“-Protagonisten der ersten Runde: Verena mit „Ein Traum“ auf Rang 69 und Jürgen mit „Ich bin da“ (75).