Mehr attraktive VÖs zum Ostergeschäft schlagen sich in den Longplay-Charts nieder: Es gibt 15 Neueinsteiger, davon zwölf in den Top 50. Drei der ersten vier Plätze belegen frische Alben kommerziell beständiger Bands. So katapultiert sich Rammstein mit der CD „Mutter“ von null auf eins. Für die martialischen Rock-Pyromanen ist es der zweite Spitzenreiter nach dem Album „Sehnsucht“ (1997).
Direkt auf drei springen die Bee Gees mit „This Is Where I Came In“. Die Gebrüder Gibb enterten die deutschen Longplay-Charts erstmals 1967 mit der Langspielplatte „Bee Gees“ First“, die es bis auf Rang vier brachte. Ein Jahr später folgte mit „Horizontal“ die erste Nummer eins. Danach standen Barry, Maurice und Robin Gibb noch mit dem Soundtrack zu „Saturday Night Fever“ (1978) sowie mit den Alben „Spirits Having Flown“ (1979) und „E.S.P.“ (1987) ganz vorne. In die Top Ten schafft es das Trio mit der neuen CD schon zum 17. Mal.
Eine verlässliche Größe bleibt auch Roxette. Das neue Album des Pop-Duos, „Room Service“, debütiert auf Rang vier. Keines der bisherigen Alben von Per Gessle und Marie Fredriksson platzierte sich schlechter als auf Rang sieben. Den Charts-Thron bestieg Roxette mit den Longplayern „Joyride“ (1991) und „Tourism“ (1992).
Das Label Mute und der Connected-Vertrieb freuen sich über Nick Caves höchsten Einstieg in die deutschen Longplay-Charts mit „No More Shall We Part“ auf Platz acht. Eine bessere Position schaffte der Australier mit seiner Band The Bad Seeds lediglich 1996 mit der CD „Murder Ballads“, die es bis auf Rang fünf brachte.
Darüber hinaus prägen planetarische Phänomene das Geschehen. So rangiert bei den Alben DJ BoBo mit „Planet Colors“ auf Position 70, während ATC den „Planet Pop“ besingt (80). Bei den Singles profiliert sich derweil ein Sofaplanet mit dem reizenden Songtitel „Liebficken“ als Top-Einsteiger (Platz 13).
Die alte Rivalität zwischen Ossis und Wessis schürt Berlin Records. Die Sony-Music-Division platziert zeitgleich Niemanns Hymne „Im Osten“ (Platz zwölf) und die parodistische Replik der Gerd Show, „Im Westen (1000 Gründe)“, auf Rang 85 in den Top 100 Singles.
In den USA gelingt Janet Jackson als erste Frau in diesem Jahr der Sprung auf Platz eins mit dem Song „All For You“. Es ist ihr zehnter Singles-Spitzenreiter. Von allen Solosängerinnen schafften nur Mariah Carey (15), Madonna (zwölf) und Whitney Houston (elf) mehr.





