Charts KW13: Doppelführung für No Angels

Das TV-Konzept „Popstars“ liefert international Top-Hits. Der Echo wirkt sich auf die deutschen Charts aus, in denen zudem Rock-Tonträger von Columbia für Furore sorgen.

No Angels, die Girl-Group aus der TV-Reihe „Popstars“ belegt in dieser Woche mit dem Album „Elle’ments“ (von null auf eins) und der Maxi „Daylight In Your Eyes“ parallel den Spitzenplatz in den deutschen Longplay- und Singles-Charts. Das gelang zuletzt vor fast genau einem Jahr Santana mit dem Album „Supernatural“ und der Single „Maria Maria“.

Für ähnliche Charts-Erfolge sorgten auch die „Popstars“-Versionen in Australien und Großbritannien. Auf dem fünften Kontinent stürmte die Gruppe Bardot mit dem Titel „Poison“ ebenso auf den Hitlisten-Thron wie jetzt auch die Formation der britischen „Popstars“-Ausgabe, Hear“Say mit „Pure & Simple“. Dieser Titel verkaufte in der ersten Woche fast 550.000 Exemplare, das sind mehr als dreimal so viele wie die zweitplatzierte Maxi „Uptown Girl“ von Westlife. Höhere Verkaufszahlen in der Startwoche hatten in Großbritannien nur die Benefizsingle „Do They Know It“s Christmas“ von Band Aid und „Candle In The Wind 1997“, Elton Johns Tribut an Prinzessin Diana.

Columbia reüssiert in Deutschland bei Singles wie Alben mit aktuellen Rock-Veröffentlichungen amerikanischer Bands. Bei den Singles klettert die Crossover-Formation Crazy Town mit „Butterfly“ von sechs auf zwei, und die Alternative-Rock-Band Wheatus steigt mit „Teenage Dirtbag“ von zehn auf drei. Bei den Longplayern steigt Crazy Town mit „The Gift Of Game“ von null auf 20 ein. Wheatus verbessert sich mit dem gleichnamigem Debüt-Album von 30 auf 25. Noch erfolgreicher sind hier die Oldtimer von Aerosmith, deren neues Werk „Just Push Play“ sich aus dem Stand auf sechs katapultiert.

Zu den Aufsteigern der Woche zählen die aktuellen Alben der Echo-Gewinner Ayman (von 48 auf 35) und Guano Apes (von 99 auf 78) und der Stargäste der Echo-Gala, Ricky Martin (von 83 auf 67) und Lionel Richie (von 68 auf 53).

Platz fünf der britischen Charts nehmen die Gorillaz mit „Clint Eastwood“ ein. Auch in Deutschland waren Songs über Schauspieler schon öfters höchst erfolgreich. So landete Kim Carnes 1981 einen Spitzenreiter mit „Bette Davis Eyes“. 1982 belegte die Gruppe Haysi Fantayzee mit „John Wayne Is Big Leggy“ Platz drei. 1984 kam Bananarama mit „Robert De Niro“s Waiting“ bis auf Platz sieben. Elton Johns Hommage an Marilyn Monroe, „Candle In The Wind“ fand sich zwar schon auf dem 1973er Album „Yellow Brick Road“, enterte die deutschen Charts als Single allerdings erst 1988 (höchste Platzierung: 55). Zwar keine Charts-Hits, aber erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind noch „Bela Lugosi“s Dead“ von Bauhaus (1979), „Michael Caine“ von Madness oder „Ingrid Bergman“, ein Text von Woody Guthrie, den Billy Bragg und Wilco 1998 vertonten.