Zwei Veteranen der britischen Rockmusik entern die Top Ten der deutschen Longplay-Charts. Eric Clapton katapultiert sich mit „Reptile“ (wea) von null auf zwei. „Human“ (eastwest), die neue CD von Rod Stewart, debütiert auf Platz neun. Für „Slowhand“ Clapton ist der zweite Platz die höchste Position, die er je mit einem Album in Deutschland erreichte. Jeweils bis auf Rang drei brachten es die Longplayer „Unplugged“ (1992), „Pilgrim“ (1998) und der Sampler „Clapton Chronicles – The Best Of“ (1999). Auch Rod Stewart blieb bislang der Triumph eines Nummer-eins-Albums in Deutschland verwehrt. Mit „Body Wishes“ (1983) kam er bis auf Rang zwei, „Vagabond Heart“ erreichte 1993 Position drei, und einen vierten Platz verbuchte die LP „Every Beat Of My Heart“ (1986).
Die Ärzte entern die deutsche Singles-Hitliste auf Rang 46 mit „Yoko Ono“ und beleben damit die Tradition der Hommagen von Musikern an geschätzte Kollegen und Vorbilder neu. Wer erinnert sich nicht an Hits wie „Mr. Paul McCartney“ von Marianne Rosenberg (1970, Rang 33), „I Like Chopin“ von Gazebo (Platz eins 1983), „Ich möcht“ so gern Dave Dudley hör“n“ von Truck Stop (1978 auf 20) oder an France Gall, die mit ihrer Verneigung vor Ella Fitzgerald, „Ella Elle L“a“ 1988 ebenfalls den deutschen Charts-Thron erklomm? Eine Nummer fünf in Großbritannien verzeichnete Heinz anno 1963 mit seiner Hommage an Rock“n“Roller Eddie Cochran, „Just Like Eddie“.
Unvergesslich bleiben ebenso Erinnerungen an die Größen des Blues wie „Bessie Smith“ von The Band (1967), Eric Burdons Tribut an Elmore James, „No More Elmore“ (1982) oder die Ode an „Blind Willie McTell“ von Bob Dylan (aufgenommen 1982, veröffentlicht 1991). Dylan zollte mit „Song To Woody“ (1962) auch seinem Folk-Heroen Woody Guthrie Tribut und erhielt seinerseits von David Bowie ein Ständchen mit „Song For Bob Dylan“ (1972). Nicht zu vergessen sind hier auch liebevolle Würdigungen wie „Beatles And The Stones“ von The House Of Love (1990), „Alex Chilton“ von The Replacements (1987), „Buddy Holly“ von Weezer (1994) oder der „John Coltrane Sterero Blues“ von The Dream Syndicate (1984).
Einen unverhofften Triumph landet das Label Lawine mit den Neueinstiegen von Hubert von Goiserns puristischem Volksmusikalbum „Trad“ auf 52 und „Gache Wurzn“, dem Charts-Debüt von Bayerns kultigem Musik-satiriker Ringsgwandl auf 64. Label-Chef Hage Hein sieht diese Charts-Einstiege auch als „kulturpolitischen Erfolg“, zumal von Goisern der erste Musiker sei, der mit reinrassiger alpiner Volksmusik (nicht zu verwechseln mit volkstümlich) die deutschen Charts stürme. In Österreich debütiert „Trad“ in der Hitliste sogar auf Platz sechs.





