Die wiedererwachte Begeisterung für die Beatles ebbt nicht ab. Im Gegenteil: Die Fab Four erobern mit der Hitkollektion „1“ von Jennifer Lopez die Pole Position der deutschen Longplay-Charts zurück. Das Erfolgsalbum vollbrachte bereits im Dezember letzten Jahres schon einmal die Wiederbesteigung des Hitlisten-Gipfels, nachdem es kurzzeitig von „Black & Blue“ von den Backstreet Boys verdrängt worden war. Insgesamt verbringt „1“ jetzt schon die neunte Woche auf dem Platz an der Sonne.
Apropos „Sonne“: Mit der Single dieses Namens katapultiert sich die Band Rammstein als Top-Einsteiger bei den Singles auf Platz drei – sehr zur Freude ihrer Plattenfirma Motor Music. Die verzeichnet zudem mit „Stan“ von Eminem feat. Dido auf sechs und „Rollin'“ von Limp Bizkit auf zehn noch zwei Produktionen in den Top Ten.
DJ Tomekk entert die Charts mit dem Album „Return Of Hip Hop- Pioneers Project“ auf fünf und übertrifft damit noch die Erfolge seiner Hit-Singles. Die erste Maxi des Produzenten und DJs, „1,2,3,… Rhymes Galore“brachte es 1999 bis auf Rang sechs. Anno 2000 kam „Ich lebe für HipHop“ bis auf Rang elf. Der Titeltrack des Albums, „Return Of HipHop“, erreichte dieses Jahr Platz 13.
Thematisch liegen Titel, die zum Tanz auffordern, stark im Trend. So übernehmen die Vikinger mit dem Album „Tanz mit mir“ Rang 15 der Longplay-Hitliste. Bei den Singles verbreitet Debelah Morgan die gleiche Botschaft, allerdings auf Englisch: „Dance With Me“ rangiert auf Rang 22. „Your Disco Needs You“ beteuert Kylie Minogue (Platz 40), und die richtigen musikalischen Zutaten für das Dancefloor-Vergnügen, nämlich „Bass, Beats & Melody“ steuert Brooklyn Bounce bei (58). Die erotische Komponente der körperlichen Bewegung zur Musik betont Paffendorf mit „Rhythm And Sex“ (neu auf 61) lakonisch und nüchtern, während Mystikal sich mit der derb formulierten Forderung „Shake Ya Ass“ hier schon leicht im Ton vergreift (87).
Rechtzeitig zu den tollen Tagen steigen die Karnevalsschlager der Saison deutlich in der Gunst der Plattenkäufer. So verbessern sich die Höhner mit „Dicke Mädchen haben schöne Namen“ von 76 auf 59. Noch mehr Plätze gut macht „7 Tage, 7 Köpfe“-Fernsehpromi Bernd Stelter mit seiner Selbsterkenntnis namens „Ich hab drei Haare auf der Brust“ (von 97 auf 78). Und für De Räuber war gar nicht „Alles für die Katz“, wie der Titel ihres Stimmungshits glauben macht. Der klettert nämlich von 84 auf 76.
Zwei Albumklassiker der 60er Jahre haben in den USA verspäteten Goldstatus erreicht. Die Marke von 500.000 verkauften Longplayern überschritten laut der RIAA „A Love Supreme“ von Jazz-Legende John Coltrane (1964) und das Debüt von The Band, „Music From Big Pink“ (1968).






