Charts-Erfolg für den Talent Independent Service

Die Kuba-Welle rollt: Mit Musikerveteranen von Castros Insel hat die eastwest-Division TIS – Talent Independent Service derzeit die Spitze der deutschen Charts im Griff. Erstmals profiliert sich damit ein Importdienst als Hitlieferant.

Nicht zuletzt der Kinofilm „Buena Vista Social Club“ von Wim Wenders machte es möglich: Mit den Alben „Buena Vista Social Club“ von Ibrahim Ferrer, Ruben Gonzales, Compay Segundo und Ry Cooder sowie „Buena Vista Social Club Presents Ibrahim Ferrer“ von Ibrahim Ferrer belegte der TIS schon in den vergangenen zwei Wochen vordere Plätze in den Top 100. In dieser Woche schafft die Firma sogar den Doppel-Coup: Der „Buena Vista Social Club“ belegt Platz eins der LP-Charts, Ferrer folgt an zweiter Stelle. Für das britische Label World Circuit (www.worldcircuit.co.uk), das die Alben von Segundo und Co. veröffentlicht, ist der deutsche Charts-Erfolg natürlich erfreulich. Nicht weniger zufrieden zeigt sich Wolfgang Johannßen, Leiter des TIS, der die Perlen aus Kuba in den deutschen Handel gebracht hat. „Charts-Positionen wie die der,Buena Vista‘-Alben hatten wir in dieser Form natürlich noch nicht“, so Johannßen gegenüber MUSIKWoche.

„Aber was die generelle Performance des TIS in den Hitlisten betrifft, hatten wir in diesem Jahr 14 Alben in den Top 100.“ Das Album „Buena Vista Social Club“ verkaufte schon vor dem Start des Wenders-Films über 140.000 Exemplare. Mittlerweile hat es die Gold-Grenze von über 250.000 verkauften CDs überschritten, und auch Ferrers Album steuert laut Johannßen darauf zu. „Es handelt sich bei den Käufern um eine Zielgruppe, die sehr qualitätsbewußt ist“, analysiert der TIS-Chef, „und sie kaufen nicht mehr als zwei oder drei CDs im Jahr.“ Johannßen glaubt, daß auch andere Formationen wie Los Zafiros, Astrellas De Areito und Sierra Maestra gutes Charts-Potential haben. „Die Industrie darf nur nicht den Fehler machen, den Kunden mit dritt- und viertklassigen Veröffentlichungen aus dem Laden zu treiben, wie es beim Comedy-Boom der Fall war.‘