Die Umsätze der an der Verbandsstatistik teilnehmenden Unternehmen beliefen sich auf 4,78 Milliarden Mark. Das entspricht einem Rückgang um nominal 2,2 Prozent (1999: 4,89 Milliarden Mark). Unter Berücksichtigung der allgemeinen Preissteigerung von 1,9 Prozent beträgt der reale Verlust 4,1 Prozent. Die Plattenfirmen lieferten 262,2 Millionen Tonträger an den Handel und die anderen Verkaufskanäle aus – ein Minus von 3,8 Prozent.
Peter Zombik, Geschäftsführer des Bundesverbands, sagte im Rahmen der Bilanzpressekonferenz gegenüber musikwoche.de, dass er „im laufenden Jahr keinesfalls mit einer Trendumkehr“ rechne. Grund dafür sei, dass sich „die Rahmenbedingungen für das physische Produkt nicht geändert haben“. Die Industrie bekämpfe neben illegaler Verbreitung von Musik im Netz vor allem zunehmende private Vervielfältigung mittels CD-Brenner.
Dies belege die Zahl der im Jahr 2000 verkauften Leer-CDs, die um rund 64 Prozent auf nunmehr 209,6 Millionen Einheiten anstieg. Auch wenn die großen Marktteilnehmer in den vergangenen Wochen entscheidende Schritte hin zum legalen digitalen Vertrieb von Musik unternommen haben, könne „der non-physische Bereich die Umsatzausfälle im Moment noch nicht substituieren“, so Zombik. In Anbetracht der Umstände betrachte man das Ergebnis als Erfolg, hieß es beim Bundesverband.
für die musikbranche…
… bleiben die Herausforderungen auch im Jahr 2001 die gleichen wie im Vorjahr. Auch wenn sich in den letzten Wochen durch die zahlreichen Ankündigungen der großen Marktteilnehmer die Rahmenbedingungen für den digitalen Vertrieb von Musik zu verändern beginnen, die Industrie kämpft weiterhin mit rückläufigen Absatzzahlen im traditionellen Geschäft. Und das ist – trotz aller Prognosen für das Internetbusiness – immer noch das, was den Löwenanteil der Umsätze erwirtschaftet, allem Anschein nach auch noch für die nächsten Jahre – MusicNet hin, Duet her.
Obwohl namhafte Köpfe der Industrie versuchen, die Jahresbilanz 2000 in Anbetracht der Umstände als Erfolg zu interpretieren, bleibt doch unübersehbar: Die Branche steckt in einer Talsohle. Und das bereits seit drei Jahren. Einziger offnungsschimmer: Nicht das Interesse an Musik lässt nach, sondern die Bereitschaft, dafür zu bezahlen. Über 200 Milionen verkaufte Leer-CDs sprechen Bände, selbst wenn nur 20 Prozent dieser CD-Rs mit Musik bespielt würden. Und die weltweit 72 Millionen Napster-Nutzer dürften bisher wohl eher nicht zu den Nichtkäufern gezählt haben. Darum können die Aussagen von Bundesverbandschef Peter Zombik bei der Präsentation der Bilanz am 19. April als allgemeingültig angesehen werden. Eine Trendwende für die Branche hänge demnach von drei Faktoren ab:
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Wie schnell legale Geschäftsmodelle für den Online-Vertrieb etabliert werden können.
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Wie schnell illegale Web-Angebote verdrängt werden können.
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Wie schnell es gelingt, effiziente Kopierschutzmechanismen für physische Trägermedien durchzusetzen.





