BMG setzt zum Sprung in neue Ära an

Als erster Major in Deutschland wird BMG ab September mit dem Verkauf von Songs per Internet-Download beginnen. Auf der Popkomm. gab Thomas M. Stein, Geschäftsführer/Vorsitzender von BMG, die Details bekannt und stellte auch das Preismodell vor.

“Wir werden den digitalen Vertriebsweg schnell und effizient erschließen“, gab sich Stein zuversichtlich. BMG Entertainment verwirklichte das Download-Projekt in Zusammenarbeit mit zwei Partnern: Das Unternehmen Digital World Services steuerte die technische Architektur und die Verwaltung der Rechte der Kunden bei, Lycos kümmert sich um die Abspielsoftware „Sonique“ und unterstützt die Weiterentwicklung des Projekts. Musicdownload24 sei „Copyright-Geschützt und am Puls der Zeit“, erklärte Johann Butting, CEO von Digital Rights Service während der Pressekonferenz.

Christoph Mohn, CEO von Lycos Europe, sieht im Bereich Music-On-Demand „ein riesiges Potenzial“. Bis es in Deutschland losgeht, müssen sich die Konsumenten noch bis zum 15. September gedulden: An diesem Tag erhalten alle Surfer, die sich auf der Website eingetragen haben, per Post eine CD-ROM, auf der sich die Zugangs-Software für kommerzielle Downloads von www.musicdownload24.de befindet.

Stein definierte auch die Summe, die man neben den Kosten für die Übertragung für einen Song zahlen müsse: zwischen 2,99 und 4,99 Mark – je nach Aktualität, Charts-Relevanz und Exklusivität des Titels. Wer sich Songs, die im MP3-Nachfolgerformat AAC vorliegen, nur einmal anhören möchte, zahlt zwischen 29 und 49 Pfennig. Entscheidend für den Erfolg sei auch die Wirksamkeit des eingebauten Kopierschutzes, führte Stein aus. Das Knacken der Verschlüsselung soll so aufwendig sein, dass die große Mehrheit der Nutzer den Aufwand nicht auf sich nehmen werde.

Generell zeigte sich der BMG-Chef überzeugt davon, dass die überwiegende Zahl der Musikfans gründsätzlich bereit ist, für konsumierte Musik auch zu bezahlen. BMG ist derzeit dabei, die Rechte für den Verkauf der Titel im Internet zu klären. Deshalb startet das Unternehmen vorerst lediglich mit 100 Songs. Drei Monate später soll die Zahl auf 300 Stücke anwachsen. Ist das Unternehmen mit den Erfahrungen aus dem Projekt zufrieden, sollen auch Songs und Alben von Tochterfirmen und Vertriebslabels zum Download angeboten werden. So meldete beispielspielsweise die Jack White Productions AG, dass künftig der gesamte Lizenzbestand der Firma auf www.musicdownload24.de zur Verfügung stehen soll.