Derzeit allerdings lässt sich mit der Musiksparte kein Geld verdienen. Schmidt-Holtz erklärte gegenüber dem „Handelsblatt“: „Das Geschäftsjahr 2000/2001 wird ein schlechtes Jahr. Wir werden keinen Gewinn ausweisen.“
Und auch Middelhoff äußerte sich im Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“ skeptisch zu den Chancen der Musiksparte, die geforderten zehn Prozent zu erreichen: „BMG hat das noch nie erreicht, im besten Jahr lag unser Musikgeschäft gerade mal bei vier Prozent.“
Die schwachen Aussichten BMGs im laufenden Geschäftsjahr begründeten beide Manager mit hohen Einmalaufwendungen, Sonderabfindungen und Kosten der Restrukturierung des Bereichs, inklusive der Abfindungen für ausgeschiedene Führungskräfte. Nun soll der gesamte Konzern durchkämmt und auf Börsenreife getrimmt werden. Einen möglichen Verkauf nicht profitabler Bereiche wies Middelhoff allerdings zurück.
Er sieht die Zukunft des Musikgeschäfts vor allem im Online-Bereich: „Wir sind bei Musikinhalten die Nummer fünf, aber in der digitalen Distribution halten wir mit Napster, CD-Now und BMG-Musikservice die Stellungen Eins, Zwei und Drei.“
In Nordamerika muss BMG zudem einen Rückschlag hinnehmen: Zomba Records wird den im September auslaufenden Vertriebsvertrag mit BMG für Kanada nicht verlängern. Außerdem muss sich Zomba entscheiden, ob das Unternehmen den Vertriebsvertrag mit BMG für die USA auslaufen lässt. Damit bräche BMG rund ein Drittel des 15-prozentigen Marktanteils in den USA weg.






