Aus Viva Fernsehen wird die Viva Media AG

Im neuen Jahrtausend hat sich Viva Expansion auf die Fahnen geschrieben. Der Börsengang soll über 150 Millionen in die Kasse spülen, um die Internationalisierung und die neuen Geschäftsfelder zu finanzieren.

Nach sieben Jahren als Viva Fernsehen GmbH folgte am 9. Mai 2000 die Gründung der Viva Media AG, die als Holding alle Geschäftsbereiche unter ihrem Dach versammelt. Herzstück bleibt nach wie vor das deutsche Musikfernsehen mit den beiden deutschen Viva-Programmen, hinzu kommen die europäischen Viva-Ableger in Polen und der Schweiz, der bald weitere nachfolgen sollen. Neu sind ebenfalls der komplett überarbeitete Internetauftritt, die Agentur Viva Connect sowie die Übertragung des Viva-Programms ins Radio. Bei der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft kam es zu einem Emissionsvolumen von 5,35 Millionen Aktien, von denen 26 Prozent in Streubesitz übergingen. Das Konsortium, das den IPO betreut, umfasst die beiden Joint Lead Managers Merrill Lynch International und die Commerzbank. Als Co-Manager fungieren die Sal. Oppenheim jr. & Cie. sowie die Stadtsparkasse Köln. Finanzvorstand Christian Gisy, den Dieter Gorny von der WestLB Panmure zu Viva holte, sieht in Viva ein Unternehmen, das „durch ein klares und profitables Business-Model besticht, denn es entstand aus einem einmaligen Joint Venture der Musik- und Entertainment-Industrie.“ Als weiteren Vorteil nennt Gisy im Gespräch mit MUSIKWoche: „Wir konnten die Gelegenheit nutzen, unsere Aktien von Anfang an als Namensaktien zu platzieren. Viva wird durch Transparenz und einen stetigen Informationsfluss für entsprechende Aufmerksamkeit sorgen.“ Nach dem Ausstieg von Sony im vergangenen Jahr gehören nun die Firmen EMI, BMG, Warner und edel zu den Gesellschaftern, die die beiden Kleingruppen Kapital-Investoren und Dieter Gorny ergänzen. Die enge Verbindung zur Plattenindustrie spiegelt auch die Besetzung des Aufsichtsrats wider: Aufsichtsratvorsitzender wird Manfred Zumkeller, weitere Mitglieder sind Universal-Chef Wolf-D. Gramatke, edel-Boss Michael Haentjes, EMI-Manager Rupert Perry, Rechtsanwalt Helge Sasse und Andy Bird vom TV-Konzern Turner Broadcasting System.