Auf der Homepage ihrer Tochterfirma Nullsoft wurden die Verantwortlichen bei AOL auf ein Programm namens Gnutella aufmerksam, mit dem Internet-Nutzer MP3-Dateien im Internet austauschen können. Gnutella wurde von dem gleichen AOL-Programmierer-Team entwickelt, das auch den Winamp-MP3-Player entwarf, und ähnelt stark der umstrittenen Napster-Software, gegen deren Verbreitung die Recording Industry Association of America (RIAA) derzeit gerichtlich vorgeht. Gnutella weist dabei einige Verbesserungen gegenüber dem Napster-Programm auf: So kann der Nutzer mit Gnutella neben MP3-Files noch wesentlich mehr unterschiedliche Datei-Formate verschicken, darunter auch Word- und HTML-Dokumente. Software-Programmierer freuten sich über die fehlende Verschlüsselung des Programms, wodurch sie die Programmierung von Gnutella abrufen und in ihre eigenen Projekte integrieren konnten. Da das Programm, anders als Napster, nicht über einen zentralen Server läuft, sondern auch über dezentrale, private Netzwerke, wird die Verfolgung von Raubkopierern erschwert. AOL ließ die Websites, auf denen das Programm angeboten wurde, sofort einstellen. Eine Sprecherin von Nullsoft erklärte, bei Gnutella habe es sich um ein von der Firma nicht authorisiertes Projekt einzelner Programmierer gehandelt. Ob das Ende des Projekts mit der Fusion von AOL und Time Warner in Zusammenhang stehe, wollte die Sprecherin nicht kommentieren.
AOL streicht Gnutella
Der Internet-Provider AOL, designierter Fusionspartner von Time Warner, entdeckte in seinem Angebot kürzlich ein Programm, das die Verbreitung von illegalen MP3-Files fördert.





