Andreas von Imhoff im Gespräch: „Ich bin eine One-Man-Show“

Nach seinem Weggang von EMI Classics gründete Andreas von Imhoff im Jahr 2003 seine eigene Firma Avi – Service for Music und das Klassiklabel CAvi-Music. Nach fünf Jahren zieht er im Gespräch mit Birgit Schlinger eine nüchterne, doch versöhnliche Bilanz.

MusikWoche: War es nicht ein Wagnis, in einem schrumpfenden Markt ein neues Label zu gründen? Andreas von Imhoff: Meine erste CD kam ja Anfang 2005 auf den Markt, und vor kurzem sagte mir mein Steuerberater nach dem dritten Jahr: Du bist auf dem Weg nach oben, wobei die schwarze Null in Aussicht steht, aber noch nicht geschrieben ist. Es war natürlich im Nachhinein eine komplett verrückte Idee, ein neues Label aufzubauen, trotz aller Unterstützung, die ich bekommen habe. Ich ging da mit großem Enthusiasmus und positivem Denken rein. Es gibt aber auch frustrierende Momente: Wenn was nicht funktioniert, oder wenn ich innerlich über die Preise von Medienpartnern fluche oder über die „Großen“, die per Preismarketing vieles zertrümmern. Doch ich erhalte auch unglaublich positives Feedback. Es gibt nur einen begrenzte Personenzahl – und das möchte ich bitte nicht falsch verstanden wissen -, die von einem großen Marktwissen profitiert und die so viel Zuspruch bekommt wie ich. Das ist ein Pfund, das unbezahlbar ist. Wenn ich nachts vor Sorgen nicht schlafen kann, aber abends ein Konzert höre, bei dem mir das Herz aufgeht, dann weiß ich, wofür ich arbeite.

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