aMM will Online-Gesellschaft gründen

Am 20. und 21. Oktober trafen sich rund 180 Kommanditisten des Fachhandelsverbunds aktiv Musik Marketing (aMM) zu ihrem Jahrestreffen. Schwerpunktthemen des Arbeitsmeetings waren neben dem E-Commerce die aMM-Marketing-Konzeption 2001 für die Bereiche Pop und Klassik.

„2000 war ein wichtiges und arbeitsreiches Jahr für uns“, erklärte aMM-Geschäftsführer Uwe Imhof im Gespräch mit MUSIKWoche. „Drei Jahre nach der Gründung der Firma ist es dem aktiv-Handel in der äußerst schwierigen Marktsituation gelungen, ein eigenes Markenprofil zu entwickeln. Dies ist eine solide Basis, um sich den Herausforderungen und den neuen Entwicklungen im Tonträgermarkt zu stellen.“

Im Rahmen von gesellschaftlichen Umwälzungen verändere sich der Blick des Kunden auf den Tonträger, sagte Imhof. Heute sei es für einen Zehnjährigen interessanter, eine neue Prepaid-Karte für sein Mobiltelefon zu kaufen, als eine CD. „Wir im Handel müssen darauf achten, dass unser Produkt nicht unter die Räder gerät. Deshalb müssen wir in dieser Situation Dienstleistungen anbieten, die die Kunden wollen.“ Imhoff richtete in diesem Zusammenhang einen Appell an die gesamte Branche: „Wünschenswert wäre, dass auch die Musikschaffenden und Vertreibenden sich dieser Sicht der Dinge anschließen, und mit eigenen Anstrengungen dazu beitragen würden.“

Für aMM gehört künftig auch eine erweiterte Internet-Präsenz zu den angebotenen Dienstleistungen: „Es kommt aus dem aMM heraus zur Gründung einer Internet-Gesellschaft.“ Erst kürzlich präsentierte aMM unter der Adresse www.aktivmusik.de eine überarbeitete und neu gestaltete Homepage. „In die Gestaltung der Site flossen Erfahrungswerte aus vielen Gesprächen mit Händlern und anderen Fachleuten ein.“ Imhof ergänzt, zu den Anforderungen für das künftige Online-Geschäft von aMM zähle vor allem die Einbindung der Regionen. „Kunden haben ihre Wurzeln dort, wo sie leben. Dort haben sie ihre eigene Erlebniswelt, deshalb müssen wir sie auch aus der Region heraus bedienen.“

Dabei sieht er den Fachhandel in einer strategisch günstigen Situation: „Wir haben etwas, über das viele Anbieter nicht verfügen: Outlets und Kunden, mit denen wir jeden Tag in direktem Kontakt stehen.“ Deshalb zählt auch die Kundenbindung zu den dringlichsten Aufgaben des Einzelhandels: „Wir müssen die junge Klientel wieder an Musik gewöhnen, dabei aber die Älteren nicht aus dem Auge verlieren.“ Für das kommende Jahr plant aMM außerdem neue Marketingaktionen in den Bereichen Pop und Klassik.

Im Rahmen der Jahrestagung verabschiedeten die aMM-Kommanditisten in diesem Zusammenhang verschiedene Konzepte. Zu den weiteren Themen der Tagung gehörte die Entwicklung des Handelsabgabepreises (HAP). Hier habe es bei den Händlern gewaltige Irritationen gegeben, erläutert Imhof, denn: „Der HAP gleicht sich dem zu erzielenden Endverbraucherpreis zunehmend an.“ Im Jahr 2001 wird aMM wieder zu der bekannten Form des Jahrestreffens zurückkommen. Dann soll es neben einem Meinungsaustausch der Händler auch wieder Präsentationen der Plattenfirmen geben.