Amazon: Mit kostenlosen Downloads aus der Verlustzone

Der Online-Händler Amazon baut seinen Bereich für kostenlose Musikdownloads massiv aus und will dadurch die stagnierenden CD-Verkäufe neu beflügeln.

Der Online-Händler Amazon baut seinen Bereich für kostenlose Musikdownloads massiv aus und will dadurch die stagnierenden CD-Verkäufe neu beflügeln. Der Download-Bereich, den Amazon in den USA bereits seit rund zwei Jahren betreibt, wird um mehrere hundert Stücke von bekannten Gruppen wie Pearl Jam, Beastie Boys oder Barnaked Ladies aufgestockt, für die Kunden nicht bezahlen müssen. Auf freiwilliger Basis können sie allerdings einen Betrag zwischen einem und 50 Dollar in eine Art virtuelles Trinkgeldglas, das „Virtual Tip Jar“, einzahlen. Von diesem Service sollen vor allem Nachwuchsbands profitieren, die ihre Stücke künftig ebenfalls im Amazon-Download-Bereich anbieten und zumindest auf die Trinkgeld-Einnahmen hoffen dürfen. Amazon will mit dem Service einerseits seine Micropayment-Technologie testen und zum anderen Kunden auf seine CD-Angebote lenken, um die Verkäufe in diesem Segment anzukurbeln. Der Bereich verzeichnete zuletzt, wie die anderen Amazon-Kernbereiche Buch und Video nur mäßige Zuwächse, was dazu führte, dass die Gerüchte über eine bevorstehende Zahlungsunfähigkeit erneut aufkochten: Der Aktienkurs des Online-Händlers stürzte daraufhin an der Nasdaq um zehn Dollar ab – in Frankfurt verlor das Papier rund 11,50 Euro. Amazon erklärte, die Berichte, das Unternehmen habe Gläubigerschutz beantragt „entbehren jeder Grundlage“.