Als „Premiums-Produkte“ definiert die IFPI Tonträger, die „speziell für neue Vertriebswege außerhalb des traditionellen Fachhandels hergestellt werden“. Laut den Zahlen zum deutschen Tonträgermarkt 1999 verkauften sich CDs dieser Kategorie im vergangenen Jahr 10,7 Millionen mal. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung gegenüber 1998 (6,1 Millionen Exemplare). Christian Stonat, Manager Special Projects bei BMG Special Marketing Europe, bestätigt diesen Trend. Seine Firma verzeichne steigende Umsätze mit Compilations, die exklusiv in Fastfood-Tempeln, Supermärkten, Tankstellen oder Kaffee-Shops angeboten werden. „In diesen Outlets sprechen wir viele Sleeper an, die normalerweise nicht den Weg in die Plattenläden finden. Aufgrund detaillierter Marktforschung und gewachsener Erfahrung in diesem Bereich können wir mit unseren Handelspartnern gezielt Musik für die jeweiligen Kundenkreise zusammenstellen.“ Ein Beispiel seien die exklusiv für die „McDonald’s“ Filialen in den neuen Bundesländern konzipierten CDs „Mitten ins Herz Volume I und II“, die mit Material aus den Amiga-Archiven 370.000 beziehungsweise 350.000 Abnehmer fanden. Partner wie Tchibo oder ReWe fahren laut Stonat jetzt mehrmals pro Jahr erfolgreiche Aktionen mit Tonträgern. Für Aufsehen in den USA sorgt derweil eine Kooperation zwischen Pepsi und Warner Music. Kunden, die bestimmte Mengen von Erfrischungsgetränken des Pepsi-Konzerns erwerben, können sich dafür aus einer Liste von 200 Titeln Compilations nach eigenem Geschmack zusammenstellen. Die Bestell-Formulare sind auf den Getränke-Packungen aufgeklebt oder über die Pepsi-Website im Internet auszudrucken. TV-Spots im Wert von 15 Millionen US-Dollar schüren das Interesse für das Projekt. In Deutschland hat BMG Special Marketing Europe als erste Major-Division ebenfalls ein Projekt mit Kopplungen zum Selber-Zusammenstellen gestartet, das derzeit beim Bertelsmann Club unter dem Motto „Private Disc“ läuft (im Internet unter www.derclub.de). Demnächst will die Firma auch gemeinsam mit Markenartiklern in diesem Bereich aktiv werden.
Alternative Vertriebswege locken Sleeper
Compilations, die nicht über den traditionellen Tonträgerhandel laufen, sind auf dem Vormarsch. musicbiz nennt aktuelle Beispiele aus Deutschland und den USA.



