Dank der Initiative von Herbert Grönemeyer, der die beiden Neu!-Gründer Michael Rother und Klaus Dinger wieder an einen Tisch brachte, als er einen Neu!-Track für die „Pop 2000“-CD-Box lizenzierte, sind ab dem 28. Mai „Neu!“ von 1972 (Best-Nr.: 5 30780 2), „Neu! 2“ von 1973 (Best-Nr.: 5 30781 2) und „Neu! 75“ von 1975 (Best-Nr.: 5 30782 2) wieder im Handel erhältlich.
Denn seit den Originalveröffentlichungen auf dem deutschen Label Brain waren die drei einflussreichen Platten, auf die sich Künstler wie David Bowie, Brian Eno, Radiohead, Stereolab oder Blur berufen, nur noch zu Höchstpreisen auf Sammlerbörsen erhältlich.
Vergeblich hatten sich unter anderem Mute und Motor Music um die Rechte bemüht, aber erst die persönliche Überzeugungsarbeit Grönemeyers stimmte die beiden Musiker um und führte zum Erfolg: „Ich habe den beiden gesagt, dass Kultmaterial wie dieses nicht dazu bestimmt ist, in den Archiven Staub anzusetzen“, sagt Grönemeyer. Gert Gliniorz, Product Manager International Pop bei EMI Electrola, ergänzt: „Die Platten von Can und Kraftwerk hat es immer gegeben, die von Neu! waren jedoch verschollen. Deswegen erreichten sie auch diesen legendären Status.“
Gleichzeitig sei auch das Werk der beiden Sound- und Rhythmusbastler von musikgeschichtlicher Bedeutung, so Gliniorz: „Man hat es damals vielleicht noch nicht so gesehen, aber die Neu!-Musik erwies sich als wichtige Inspiration für vieles, was danach kam.“
Entsprechend der kulturellen Bedeutung startet die EMI eine umfangreiche Kampagne, zu der unter anderem eine Grönland-Label-Party am 7. Juni, eine Plakat-Aktion am Point Of Sale und Anzeigen sowie redaktionellen Beiträge in allen wichtigen Musikzeitschriften gehören. Auch der „Spiegel“ hat bereits ein Feature zugesagt. Gliniorz erläutert: „Wir wollen querbeet alle Schichten ansprechen, nicht nur die Experten ab 35 Jahren. Gerade für junge Hörer ist die Neu!-Musik im Kontext der Remix-Szene sehr interessant.‘





