Bereits im zweiten Jahr hat sich das von der Rockstiftung Baden-Württemberg initiierte Frühjahrsmeeting nach Ansicht vieler Teilnehmer als fruchtbare südwestdeutsche Ergänzung zu Popkomm. und Echo etabliert. Rund 650 Vertreter aus Musikbranche, Medien, Politik und Wirtschaft nahmen an der Kombination aus Kongress, Branchentreff und Nachwuchskonzert teil. Der neu eingeführte Kongressteil eröffnete das Programm. Zwei Angebote beschäftigten sich dabei mit Standortfragen aus baden-württembergischer Sicht. Fitz Braum, Geschäftsführer des Stuttgarter Labels Four Music, brach dabei eine Lanze für das südliche Bundesland: „Ich wurde, als ich damals von Berlin nach Stuttgart ging, von der ganzen Branche ausgelacht – das Image Baden-Württembergs ist einfach schlecht, obwohl hier so viel geht!“ Großer Andrang herrschte beim Panel „A&R in Deutschland – Künstlerentwickler oder Popbürokraten?“
Beim Abschluss-Panel „Popkultur im 21. Jahrhundert – wie gewichtig ist die Light-Kultur?“ kam es zu einem temperamentvollen verbalen Schlagabtausch zwischen Professor Peter Weibel, dem Leiter des ZKM, und Universal-Music-President Tim Renner. Weibel warf der Industrie vor, sie produziere „für 13-jährige Idioten“ und betreibe die „Ausbeutung der legitimen Sehnsüchte Jugendlicher.“ Renner hielt dagegen: „Pop ist die Verweigerung einer spießigen Wertehaltung.“ Prof. Werner Hay, Geschäftsführer der Deutschen Phono-Akademie, der als Schirmherr des Meetings fungierte, stellte am Ende zufrieden fest: „Auch in diesem Jahr ist das Branchenmeeting eine gelungene Veranstaltung.‘






