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ORF-Generaldirektor Roland Weißmann kündigt Einsparungen an

Vor dem Sonderfinanzausschuss des ORF-Stiftungsrats hat Generaldirektor Roland Weißmann seine auch von der Politik eingeforderten Sparmaßnahmen präsentiert. Bis 2026 sollen insgesamt 300 Mio. Euro eingespart werden.

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hat vor dem Sonderfinanzausschuss des ORF-Stiftungsrats seine auch von der Politik eingeforderten Sparmaßnahmen vorgestellt, mit deren Hilfe bis 2026 rund 300 Mio. Euro eingespart werden sollen.

Wie der ORF bekannt gab, soll beispielsweise der 2006 als Forum für Randsportarten gestartete lineare Sender ORF Sport+ künftig nur noch digital verfügbar sein und zu ORF1 migriert werden. Die Budgetmittel für ORF Sport+ sollten laut Weißmann nur transferiert werden. „Wir werden dem Breitensport noch größeren Stellenwert geben, da wir ihn im Wesentlichen nach ORF 1 verlagern“, so der ORF-Generaldirektor.

Im Hauptprogramm des ORF sollen laut Weißmann künftig weniger US-Serien laufen. Ganz eingestellt werden im Zuge der angekündigten Sparmaßnahmen die Video- und Musikstreamingdienste Flimmit und Fidelio und auch beim Radio-Symphonieorchester (RSO) des ORF soll der Rotstift angesetzt werden. Über dessen Zukunft sei allerdings noch keine Entscheidung gefallen, wie künstlerische Leiterin Angelika Möser, betonte. Sie werde bis zum nächsten Sitzung des ORF-Stiftungsrats am 23. März um den Fortbestand des RSO kämpfen, kündigte Möser an.

Einsparungen soll es auch bei der ORF-Gebührentochter GIS geben, da mit der geplanten Umstellung von einer gerätegebundenen auf eine geräteunabhängige Haushaltsabgabe die Kontrollbesuche durch die Mitarbeiter der GIS wegfielen. Die ORF-Tochter werde es laut Weißmann in der bisherigen Größe nicht mehr geben. Denkbar sei hier auch die Gründung einer neuen Gesellschaft, in die einige Mitarbeitende der GIS übernommen werden könnten.

Medienministerin Susanne Raab (ÖVP) hatte Sparmaßnahmen beim öffentlich-rechtlichen ORF bereits mehrfach eingefordert, um die Gebühren für die Bevölkerung senken zu können. Gleichzeitig wird über eine Umstellung von einer gerätebezogenen hin zu einer Haushaltsabgabe verhandelt, die bis 2024 erfolgen soll, erst aber noch von der Regierungskoalition beschlossen werden muss. Damit würde auch eine reine Streamingnutzung der ORF-Angebote künftig kostenpflichtig, was zu rund 100.000 weiteren Gebührenhaushalten führen würde.