Recorded & Publishing

EFA Medien GmbH wird abgewickelt

Am 1. März 2004 meldete die EFA Medien GmbH Insolvenz an. Fünf Monate später ist das Hauptlager in Hamburg leergeräumt, die PCs und Stereoanlagen sind verkauft. Die EFA-Veteranen Wolfgang Thoma und Uwe Adelfang gingen zuletzt.

Als Letzte von 100 Hamburger Mitarbeitern wurden Thoma und Adelfang ab Anfang Mai vom Insolvenzverwalter für drei Monate weiterbeschäftigt, um bei der Abwicklung zu helfen. Zunächst galt es, einen Lagerbestand von über einer halben Million Tonträgern zu sortieren. „Wir schauten zuerst, welches Label wie viel Geld kriegt und welche Firmen Schulden bei EFA haben“, erklärt Adelfang. Gläubiger bekamen ihre Ware gegen Selbstabholung zurück, verschuldete Labels mussten sich die Tonträger zurückkaufen. Insgesamt wurden so rund 350.000 Tonträger an die Labels zurückgegeben.

„Weitere 100.000 CDs und Vinyls, die EFA selbst gehörten, haben wir verkauft, bevor die letzten 80.000 für zehn bis 20 Cent pro Stück an die Verramscher weggegangen sind“, so Adelfang weiter. Für diese Arbeit erhielten Thoma und Adelfang ihr reguläres Gehalt, ansonsten herrschte eiserner Sparzwang: „Es durften keine neuen Kosten entstehen“, erklärt der ehemalige Leiter der internationalen Abteilung, der seit 1983 für EFA arbeitete. „Alles, was wir an Budget erhielten, waren 100 Euro für Mineralwasser, Brotzeit und Klopapier.“ Durch den Tonträgerverkauf kamen rund 200.000 Euro in die Kassen der mit geschätzten vier Mio. Euro verschuldeten EFA. Weiteres Geld auf das Insolvenzkonto brachte der Verkauf der PCs und Stereoanlagen. Mit den Einnahmen soll zunächst ein Sozialplan finanziert werden, der den ehemaligen Angestellten Abfindungen beschert. Wie die ausstehenden Verbindlichkeiten gegenüber den Labels gehandhabt werden, steht noch nicht fest. Die Abwicklung des Standorts Hamburg ist mit der Schlüsselübergabe am 30. Juli abgeschlossen, die Verwaltung in Friedland/Göttingen bleibt noch bis Ende August bestehen.