Die Liaison hielt immerhin mehr als drei Jahrzehnte, und es gab Zeiten, da schienen Marius Müller-Westernhagen und seine Plattenfirma unzertrennlich. Doch jetzt ist Westernhagens Vertrag ausgelaufen, und Warner Music Group Germany Holding zeigt kein Interesse, ihn zu verlängern.
Das verwundert kaum, war doch Westernhagens letztes Album, „Nahaufnahme“, ein Flopp. Und auch davor schon kam im Hause Warner nicht immer Freude auf ob der Eskapaden des Künstlers, der in den Neunzigern zu den ganz großen Zugpferden der deutschen Szene zählte. Damals ging das Konzept des früheren Westernhagen-Managements noch auf, das ihn als absoluten „Luxus-Rocker“ positionierte, der über allen Niederungen des grauen Alltags sein Image der Abgehobenheit pflegte. Die Devise „Armani statt Jeans“ verkörperte Westernhagen fortan zwischen Kaffeekränzchen mit dem Bundeskanzler und Bundesverdienstkreuz am Bande überzeugender als das alte, aber immer wieder beliebte Klischee von Sex & Drugs & Rock’n’Roll.
Die Entfremdung zwischen Warner und Westernhagen war seit geraumer Zeit spürbar – über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit sei „nicht mal im Ansatz verhandelt worden“, zitiert nun „Bild“ Westernhagens Manager Roland „Balou“ Temme. „Wir freuen uns auf neue Herausforderungen.“






