“Man kann heutzutage die Werknutzung mit entsprechender Software ganz genau erfassen und so bei der Ausschüttung an die Urheber gezielt die unmittelbare Nutzung berücksichtigen“, erklärt Dr. Nadja Kaeding, Geschäftsführerin VG Werbung, im Gespräch mit musikwoche. Diese flächendeckende Erfassung der Werknutzung soll in Zusammenarbeit mit Media Control realisiert werden. Die VG Werbung wolle Transparenz bei Einnahmen und Ausgaben sicherstellen. Außerdem soll effizienter und damit kostengünstiger gearbeitet werden als bei bisherigen Verwertungsgesellschaften – zehn Prozent niedrigere Verwaltungskosten sind die Vorgabe. Die Rechteverwertung soll sich allerdings nicht auf Musik aus der Werbung beschränken – deshalb hat die Gesellschaft bereits eine Umbenennung in VG Werbung und Musik beantragt.
Mitgründer Wolfram Sauter, langjähriger GEMA-Abteilungsleiter und Inhaber der Sauter Musikverlage, hat sich aus zeitlichen Gründen aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, er bleibt jedoch als Gesellschafter dabei. Mit von der Partie ist auch Dr. Thomas Graefe, Inhaber der Rechtsanwaltskanzlei Graefe. Vier Jahre lang bemühten sich die Gründer der VG Werbung um eine Genehmigung beim Marken- und Patentamt, die sie im Januar 2004 schließlich erhielten. Jetzt wenden sich die Gesellschafter an die Musikverleger, um Kunden für ihr neues Unternehmen zu gewinnen. Bisher gibt es noch keine unterzeichneten Verträge, aber, so Kaeding, „kleine und große Verlage sowie einzelne Künstler“, hätten bereits Interesse bekundet. Der Geschäftsführer des Deutschen Musikverleger-Verbandes (DMV), Dr. Heinz Stroh, reagierte zusammen mit dem Komponisten- und Textdichterverband auf den Start der VG Werbung allerdings mit einer Solidaritätserklärung für die GEMA.






