Recorded & Publishing

Universal erklärt Viva-Deal als „branchenüblich“

In einer weiteren Klarstellung zu den vermeintlichen „Payola“-Vorwürfen zwischen dem Kölner Musikkanal und dem Berliner Major bringt Universal Music mehr Licht ins Dunkel.

In einer weiteren Klarstellung zu den vermeintlichen „Payola“-Vorwürfen zwischen dem Kölner Musikkanal und dem Berliner Major bringt Universal mehr Licht ins Dunkel. Auf Anfrage von musikwoche räumt Universal Music ein, dass es ein „informelles, nicht bindendes Übereinkommen“ zwischen Viva und Universal gab. In diesem Zusammenhang habe sich der Musiksender bereit erklärt, Musik neuer Künstler vor einem potenziellen Videodreh abzuhören, um zu entscheiden, ob diese Künstler eine Chance auf eine Rotation hätten. Darin sieht Universal „angesichts der desolaten Situation des deutschen Musikmarktes einen enorm sinnvollen Ansatz“, teure Videodrehs im Vorfeld zu vermeiden, wenn für die Clips keine Aussicht auf Rotation besteht. Die Behauptung in einem „Spiegel“-Artikel, Universal habe für einen zugesicherten Rotationsplatz im Viva-Programm pro Clip 18.000 Euro an den Musiksender gezahlt und zudem Viva mit 20 Cent pro verkaufter Einheit des jeweiligen Songs an den Erlösen beteiligt, basiere in Wirklichkeit auf einer Vermengung von zwei verschiedenen Angelegenheiten. Denn völlig unabhängig vom Übereinkommen über potenzielle Videoproduktionen habe Viva dem Universal-Konzern und anderen Plattenfirmen angeboten, zu einem günstigen Preis Werbezeiten zu kaufen, um mit gezieltem Marketing Newcomer-Titel zu unterstützen. Dazu heißt es in dem Statement: „Dieser besondere Satz wurde, wie bei mittlerweile jedem Privatsender, durch eine branchenübliche Stückbeteiligung ausgeglichen.“ Universal betont, dass die Entscheidung, welche Videos auf Rotation gingen, jederzeit allein bei der Musikredaktion von Viva lag. „Es gab nie einen ‚Deal‘, der eine bestimmte Anzahl an Rotationsplätzen für Universal garantierte, und absolut keine finanziellen Aspekte, die einen Einfluss auf Vivas redaktionelle Entscheidungen genommen hätten“, erläutert Konzernchef Tim Renner und weist damit alle Payola-Anschuldigungen als „grundlos“ zurück.

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