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UK-Regierung will die Musik aufdrehen

Unter dem Motto „Turn It Up: Our Plan for Music“ stellte Großbritanniens Kulturministerin Lisa Nandy am 14. Juli 2026 einen neuen Plan zur Stärkung der Musikbranche vor. Der Vorstoß umfasst unter anderem Fragen der musikalischen Förderung und eine Finanzspritze von weiteren 15 Millionen Pfund, will aber auch den bürokratischen Aufwand für Musikfestivals reduzieren.

Während hierzulande im Bereich der populären Musik nach einem jüngst durchgesickerten Entwurf des BKMs für den Haushalt 2027 eine massive Sparrunde droht, dreht die britische Regierung in Sachen Fördergeld für musikalische Projekte am Lautstärkeregler: „Musik ist unsere gemeinsame Sprache“, sagt Kulturministerin Lisa Nandy zur Bekanntgabe eines frisch aufgelegten Förderprogramms im Rahmen der UK Music Summer Party: „Sie bringt Menschen zusammen, baut Barrieren ab und verleiht jeder Gemeinschaft eine Stimme. In einer Zeit, in der sich zu viele Menschen isoliert fühlen, ist Musik wichtiger denn je.“ 

Die Popmusik, so konstatiert die britische Politikerin der Labour Party, werde indes zunehmend zu einer Sache der Privilegierten – und das müsse sich ändern: „Talent ist überall vorhanden, doch die Chancen dazu nicht.“ Daher wolle die Regierung die musikalische Bildung nun wieder mehr in den Mittelpunkt rücken, in kreative Berufe investieren und die Musikszene im ganzen Land an der Basis unterstützen: „Wir sind der Überzeugung, dass Musik allen gehört und nicht nur einer privilegierten Minderheit. Auf diese Weise schaffen wir mehr Chancengleichheit, stärken unsere Gemeinschaften und stellen sicher, dass die großartigen Fans und außergewöhnlichen Musiktalente des Vereinigten Königreichs die Welt auch in kommenden Generationen inspirieren.“

Ziel des sogenannten Music Plan ist es, Tausende von Projekten an der Basis, mehr als 40.000 Künstler:innen und Unternehmen sowie Millionen von Kindern zu unterstützen, um unterm Strich schließlich auch eine florierende Musikbranche zu sichern. Unter anderem zählt zum Maßnahmenpaket, dass das bestehende „Music Growth Package“ um eine Finanzspritze von zusätzlichen 15 Millionen Pfund aufgestockt wird. Damit stehen für die kommenden drei Jahre laut Angaben der UK-Regierung insgesamt 45 Millionen Pfund zur Förderung von Musikprojekten zur Verfügung.

Erstmals sollen diese Mittel auch in die Unterstützung von Künstler:innen in der mittleren Phase ihrer jeweiligen Karrieren fließen sowie an Managements, Labels und Musikverlage.

Den professionellen Bereich schnürt Kulturministerin Lisa Nandy, die dem Sektor eine Wertschöpfung von mindestens acht Milliarden Pfund attestiert, aber auch darüber hinaus mit ins Maßnahmenpaket ein: So soll der bürokratische Aufwand für Musikfestivals reduziert werden, wobei zum Beispiel längere Laufzeiten für Genehmigungen den Veranstaltenden Planungssicherheit bieten sollen.

Flankieren werde zudem das Ministerium für Wirtschaft und Handel (Department for Business and Trade) seine Fördermittel für die sogenannte „British Music Embassy“ auf dem SXSW-Festival in Austin in den USA verdoppeln.

An der Basis fließen zudem 12,5 Millionen Pfund in den Ausbau von Bibliotheken zu Musikbibliotheken, die auch kostenlos nutzbare Studioräume und Auftrittsmöglichkeiten bieten sollen. Diese Initiative sei durch einen Besuch der Kulturministerin mit Ed Sheeran bei einem Projekt namens „Brighten The Corners“ in Ipswich im Jahr 2024 inspiriert worden, heißt es aus London. Zudem sollen zehn Millionen Pfund in Mentoring-Programme für junge Menschen in den Bereichen Musik, Kunst und Film fließen.