Auch der Bundeskulturetat ist vor Sparmaßnahmen der Bundesregierung nicht gefeit. Aus gut informierten Kreisen wurde MusikWoche nun ein Ausschnitt aus der Kabinettvorlage des Bundeshaushalts 2027 zugespielt, in dem unter anderem die vorgesehenen Fördermittel für Musikprojekte festgehalten wurden.
Im Sommer 2025 noch meldete Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, seine Mittel für 2026 würden 200 Millionen Euro über dem Vorjahreswert liegen. Für 2027 muss der parteilose, aber CDU-nahe Politiker wohl aber Einsparungen hinnehmen und setzt dafür unter anderem bei der Musik den Rotstift an.
Konkret heißt das: Während die Initiative Musik im laufenden Jahr noch mit einem Etat von 19,251 Millionen Euro rechnen durfte, müsste die Förderstelle 2027 mit lediglich 15 Millionen Euro auskommen. Das würde für die von Katja Lucker geleitete Institution ein Minus von knapp 22 Prozent im Budget bedeuten.
Noch härter könnte es jedoch den größten Branchentreff der deutschen Musikwirtschaft treffen. Das Reeperbahn Festival erhielt 2025 und 2026 jeweils 6,275 Millionen Euro. Für 2027 sind laut dem Entwurf nur noch drei Millionen Euro an Fördergeldern angedacht – die Organisator:innen müssten also mit weniger als der Hälfte der bisherigen Mittel kalkulieren.
Darüber hinaus ist vorgesehen, den Festival-Förder-Fonds auf zwei Millionen Euro zu halbieren, und auch der Deutsche Musikrat müsste künftig mit rund 400.000 Euro weniger zurechtkommen. Die Mittel für den Amateurmusikfonds würden derweil von 4,6 Millionen Euro auf drei Millionen Euro gekürzt und auch der Posten für „Einzelprojekte Musik“ würde mit einem vorgesehenen Budget von 5,36 Millionen Euro mehr als eine Million Euro einbüßen müssen.
Andere Ausgabenposten des Kulturetats könnten dagegen erhöht werden: Die Bayreuther Festspiele, bei denen jährlich das Werk von Richard Wagner gefeiert wird und Politiker:innen sich gern auf dem roten Teppich ablichten lassen, sollen eine Erhöhung von rund einer Million Euro erhalten und 2027 mit 5,267 Millionen Euro gefördert werden.
Das Dokument ist jedoch lediglich ein Entwurf und noch nicht der bestätigte Bundeshaushalt. Der Bundestag wird in naher Zukunft noch über die genauen Budgetzuweisungen diskutieren, Änderungen dürften also noch vorbehalten sein. Und dennoch: Einigen Playern aus der Musikbranche, die auf Mittel des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien bauen, dürften diese vorgesehenen Kürzungen gar nicht schmecken.
Das Team des Kulturstaatsministers reagierte bislang nicht auf eine Anfrage von MusikWoche.







