Zwar war das Ergebnis des deutschen Beitrags von Sarah Engels nach Punkten nicht „on fire“, die Übertragung des ESC lief quotenmäßig allerdings gewohnt erfolgreich – wenngleich linear insgesamt weniger Menschen zugesehen haben als im vergangenen Jahr.
Allein die Übertragung im Ersten erreichte 8,18 Millionen Menschen, was einem Marktanteil von 42,8 Prozent beim Gesamtpublikum ab drei Jahren entspricht. Die 8,94 Millionen Zuschauer:innen ergeben sich aus diesem Wert und den 760.000 Zuschauer:innen, die sich für den Spartensender One entschieden hatten, der das Event parallel übertragen hatte.
3,36 Millionen davon kamen aus der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Hier lag der Marktanteil wie schon 2025 bei über 60 Prozent. In diesen Zahlen sind die Abrufzahlen aus der ARD-Mediathek nicht mit eingerechnet – auch hier dürften viele Menschen zugesehen haben.
Ergebnistechnisch lief es für Deutschland wie gewohnt mäßig. „Zwölf Punkte für Deutschland“ hieß es an dem Abend kein einziges Mal, die „Douze Points“ waren am Ende die gesamte Ausbeute. All diese Punkte kamen von den Landesjurys; das Publikum hatte keine Punkte für Sarah Engels und „Fire“ übrig.
Auch in diesem Jahr lagen die Buchmacher:innen wieder falsch. Finnland war mit Siegchancen von zeitweise über 40 Prozent nach Wettquoten der haushohe Favorit. Linda Lampenius und Pete Parkkonen mussten sich allerdings mit 279 Punkten und Rang sechs zufriedengeben. Knapp davor lief Sal Da Vinci aus Italien mit „Per Sempre Sì“ (281 Punkte) ein, Australien mit Delta Goodrem und „Eclipse“ (287 Punkte) erreichte den vierten Platz. Den dritten Platz und damit das Podium erreichte Alexandra Căpângănescu mit ihrem Song „Choke Me“ (296 Punkte).
Kurz vor 1 Uhr kristallisierte sich heraus, dass entweder Israels Noam Bettan mit „Michelle“ oder Bulgariens Dara mit „Bangaranga“ siegreich hervorgehen würden. Am Ende gelang dem bulgarischen Popstar ein ziemlich deutlicher Sieg: Mit 516 Punkten lag Dara 173 Punkte vor dem zweitplatzierten Israeli.
„Bangaranga“ überzeugte durch viele Tempowechsel, einen eingängigen Refrain und die gelungene Inszenierung. Der Titel ist zudem der erste seit neun Jahren, der sowohl die Jury- als auch die Publikumswertung gewinnen konnte. 2027 findet der Eurovision Song Contest damit nach 18 Jahren wieder in einem Land vom Balkan statt.
Die Moderation von Victoria Swarovski und Michael Ostrowski wurde von den Zuschauer:innen in den sozialen Medien und einigen nationalen Kommentatoren, wie zum Beispiel Graham Norton aus Großbritannien, hingegen als weniger überzeugend wahrgenommen. Das etwas hölzerne Durch-den-Abend-Führen blieb in puncto Unterhaltungsfaktor doch etwas hinter der Moderation aus dem Vorjahr von Hazel Brugger, Sandra Studer und Michelle Hunziker zurück. Neben den 25 Beiträgen lieferte die EBU vor der Punktevergabe noch ein ESC-Medley mit einigen Teilnehmer:innen der Vorjahre. Unter anderem standen der deutsche Sänger Max Mutzke und die Finn:innen Erika Vikman und Lordi auf der Bühne.
Die offizielle Übertragung endete um kurz nach 1 Uhr, anschließend besprachen Barbara Schöneberger, Luca Hänni und Thomas Hermanns noch amüsiert ihr Fazit des Abends. Hier schauten noch 2,89 Millionen Menschen zu.








