Die finanziell bewegungsunfähige US-Fachhandelskette Tower Records hat zum zweiten Mal seit Anfang 2004 Insolvenz angemeldet. Unter Gläubigerschutz nach Chapter 11 des amerikanischen Insolvenzrechts soll innerhalb von 60 Tagen ein Käufer für die Vermögenswerte der Traditionsfirma gefunden werden.
Eigentlich versuchen die Inhaber von Tower schon seit Februar einen geeigneten Kandidaten für den Verkauf der 89 Filialen zu finden, doch bislang ohne Erfolg. Stattdessen wuchs in der Zwischenzeit der Schuldenberg des Händlers immer weiter an, bis die wichtigsten Lieferanten vor wenigen Wochen einen Lieferstopp über Tower verhängten. Nun haben die Banken dem Händler kurzfristige Kredite in Höhe von 85 Mio. Dollar eingeräumt, die für die Bezahlung von neuer Ware und zur Aufrechterhaltung des Betriebs genutzt werden sollen.
In seinem Antrag beim Insolvenzgericht sprach Tower von „Tausenden möglichen Gläubigern“. Unbestätigte Berichte taxieren die Außenstände auf knapp 90 Mio. Dollar. Das Tower-Management unter dem neuen CEO Joe D’Amico hat das Gericht ersucht, einen Versteigerungstermin und die dafür nötigen Rahmenbedingungen zu definieren. Tower bat dabei um ein beschleunigtes Verfahren, um einen Verkauf noch vor Beginn des Saisongeschäfts abschließen zu können.
Laut D’Amico laufen die Geschäfte bei Tower unterdessen wie gehabt weiter und werden auch nach einem Verkauf weitergehen: „Tower Records ist eine großartige Marke mit einer einzigartigen Positionierung am Markt. Ich bin zuversichtlich, dass Tower als Marke auch noch in Jahren erfolgreich sein wird.“





