Die 18. Ausgabe der Musikmesse South by Southwest (SxSW) war für die Veranstalter ein Erfolg. Ein Plus bei den Besucherzahlen und ein neuer Rekord beim Festivalpart lassen die SxSW-Macher positiv in die Zukunft blicken. SxSW-Director Brent Grulke rechnete im Gespräch mit MusikWoche mit rund 9500 Teilnehmern. 20 Prozent davon seien aus dem Ausland angereist – ein neuer Rekord für SxSW, ebenso wie die Anzahl der Künstler, die zwischen dem 16. und 20. März in der texanischen Hauptstadt auftraten.
Zehntausende Branchenvertreter und Fans konnten 1367 Acts auf 59 offiziellen und einigen inoffiziellen Bühnen bewundern. Mehr als 300 der Bands stammten aus dem Ausland. „In diesem Jahr war definitiv mehr los als je zuvor“, erklärt Grulke. „Die Branche findet unsere Veranstaltung offenbar relevant. Es hat sich in den vergangenen Jahren herumgesprochen, dass man auch bei uns ganz gut Business machen kann.“ Und als Plattenfirma obendrein seinen Künstlern Türen im US-Markt öffnen kann. Vor zwei Jahren schafften hier The Darkness den Durchbruch, 2004 waren es Franz Ferdinand. Diesmal schickten sich Dutzende britischer Acts an, es diesen Vorgängern gleich zu tun. Wenn man nach Zuschauerzahl und den Reaktionen bei den Konzerten eine erste Prognose wagt, dürften sich Kaiser Chiefs, Bloc Party, Kasabian und The Futureheads für Größeres empfohlen haben.
Doch auch im Kongressteil, der anders als bei Midem und Popkomm einen kleineren Anteil am Messegeschehen hat, zeigte sich die Musikbranche von einer entspannten Seite. Die Krise sei noch nicht ausgestanden, darin waren sich alle einig, aber man sei auf dem besten Weg. Die oft als Indie-Messe geschmähte SxSW konnte zahlreiche Vertreter von Majorfirmen vorweisen, die in den Podiumsdiskussionen ihre Markteinschätzungen und praktische Hilfestellungen präsentierten.
Spannend ging es zudem bei den zum Teil kontrovers geführten Expertenpanels zu. Besonderes Interesse fand der Vortrag von Napster-Erfinder Shawn Fanning, der die Arbeit seiner neuen Firma Snocap vorstellte. Die Legitimierung und Kommerzialisierung von P2P-Systemen durch Lizenzen der Rechteinhaber in Verbindung mit einem Rechteclearing durch Snocap werde den Markt öffnen, sagte Fanning. Davon würden letztlich alle profitieren: von den Majors bis hin zum ungesignten Künstler.
Trotz des aktuellen Erfolges haben die SxSW-Macher für die nächsten Jahre einen ernst gemeinten Wunsch: Künftig sollen mehr Deutsche nach Austin kommen. Zwar waren mit Popkomm und GermanSounds zwei namhafte Organisationen vor Ort, doch Grulke vermisst die Basis. „Ich bin überzeugt, dass wir deutschen Künstlern und der deutschen Branche eine hervorragende Plattform bieten können. Immerhin ist Deutschland der viertgrößte Markt der Welt.“ Auf der Popkomm 2005 will er dafür die Werbetrommel rühren.








