Eine Aktion des Stuttgarter Radiosenders Die neue 107,7 rief Erinnerungen an dunkle Momente der deutschen Vergangenheit wach und erntete Kritik vom Bundesverband Phono und von Unternehmensseite. Der Radiosender rief seine Hörer vom 20. bis zum 22. November unter dem Motto „Die neue 107,7 macht Schluss mit schlechter Musik“ dazu auf, CDs von Künstlern wie Britney Spears oder den Backstreet Boys sowie aus den Bereichen Schlager, Volksmusik und Techno abzugeben. Die Radiomacher zerstörten dann am 22. November nach Angaben des „Stuttgarter Wochenblatts“ fast 30.000 CDs mit einer Dampfwalze. Die Aktion sollte das Rock- und Pop-Programm des Senders promoten. „Unsere CDs sind weder dazu da, plattgewalzt zu werden noch dazu, plattgespielt zu werden“, kommentierte Dr. Thorsten Braun, Justitiar beim Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft, im Gespräch mit musikwoche.de. Und Heiko Volkmer und Werner Jürgens, Betreiber der Programmvermarktungs- und Medienberatungsfirma Radio-Vision, zeigten sich beschämt und erschüttert: „Wir fühlen uns fatal an 1933 erinnert, als man dazu aufrief, Bücher von ‚entarteten‘ Künstlern zu verbrennen.“ Beide forderten in einem offenen Brief an den Sender die Entlassung der Marketing- und Programmverantwortlichen.
Stuttgarter Radiosender macht sich unbeliebt
Eine Aktion des Stuttgarter Radiosenders Die neue 107,7 rief Erinnerungen an dunkle Momente der deutschen Vergangenheit wach und erntete Kritik vom Bundesverband Phono und von Unternehmensseite.





