Recorded & Publishing

Streit um Webradios hält an

Während zahlreiche Webradio-Betreiber noch über die Einführung des neuen GVL-Tarifs im April jammern, fordert die Musikbranche im Rahmen der Gebührenänderung nachdrücklich ein konsequenteres Vorgehen gegen das „Musiksaugen“.

Während zahlreiche Webradio-Betreiber noch über die Einführung des neuen GVL-Tarifs im April jammern, fordert die Musikbranche im Rahmen der Gebührenänderung nachdrücklich ein konsequenteres Vorgehen gegen das „Musiksaugen“: „Wir wollen ein Verbot der Mitschneideprogramme,“ erklärte IFPI-Syndikus Thorsten Braun gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Denn die „Song-Schnorrer“ die sich aus Webradio-Angeboten mit Musik versorgen, sind inzwischen für die Branche zu einem ähnlichen Problem geworden wie die Nutzer von P2P-Börsen. Braun befürworte daher laut „Focus“ ein im Zweiten Korb des Urheberrechts verankertes Verbot entsprechender Mitschneidesoftware.

Auch die Betreiber der Webradios sollen in dieser Hinsicht stärker in die Verantwortung genommen werden. Branchenvertreter fordern von ihnen technische Maßnahmen, um das „Absaugen“ von Titeln aus ihrem Programm zu unterbinden. Diese Initiative sehen viele Betreiber jedoch ebenso kritisch wie das neue Gebührenmodell, gegen das die Webradios weiter kämpfen wollen.

„Vor allem Sender, die Spezialprogramme für Schüler, Studenten, Senioren oder Behinderte machen, werden verschwinden“, klagt zum Beispiel Andreas Väth, Sprecher der Webradio-Interessengemeinschaft Radioring, über das Abgabenmodell. GVL-Geschäftsführer Tilo Gerlach betont hingegen, dass die neuen Tarife rechtens seien und sich an internationalen Standards orientierten. Über die Kosten sagte er: „Wenn Webradio-Betreiber bereit sind, mehrere Hundert Euro im Monat für ihre Server auszugeben, können sie auch mehr als 25 Euro an die Künstler zahlen.“ Zudem gelten für nichtkommerzielle Webcaster gesonderte Tarife und Preisrabatte.

Mehr zum Thema