Sony Music Japan will dem Vernehmen nach auf Kopierschutzsystem verzichten. Ab November sollen Medienberichten zufolge nur noch CDs ohne technische Beschränkungen in den Handel kommen. Bis dahin würden noch die Restbestände verkauft, die mit dem Kopierschutz Label Gate ausgerüstet sind. Sony Music Japan reagiere damit auf das gewachsene Unrechtsbewusstsein der japanischen Konsumenten. Die zuletzt verschärfte Urheberrechtsgesetzgebung habe dazu geführt, dass Japaner die Finger vom CD-Brennen lassen. Beobachter glauben indes auch, dass sich Sony zu diesem Schritt entschlossen hat, weil sich Kunden immer häufiger über Fehlfunktionen und Abspielprobleme der CDs beschwert haben.
Auch in Europa bröckelte die Kopierschutzfront in den vergangenen Wochen. Weniger wegen eines Abflauens der CD-Brennerei, sondern weil Plattenfirmen zum Teil selbst mit der Wirksamkeit der Systeme unzufrieden waren. Universal-Chef Frank Briegmann beteuerte zuletzt gegenüber der „F.A.Z.“, man werde Kopierschutztechniken künftig erst wieder bei nationalen Veröffentlichungen einsetzen, wenn „die Funktionsmängel der derzeit verfügbaren Systeme“ beseitigt seien.





