Der neue CEO des amerikanischen Digitalfunkers Sirius Satellite Radio muss bei seinem Engagement keine Entbehrungen erleiden: Mel Karmazin erhält zwei Prozent der Unternehmensanteile, die zum Zeitpunkt der Überschreibung rund 120 Mio. Dollar wert waren. Zudem soll auch das Gehalt fürstlich sein. Details wurden nicht genannt, doch der bisherige Sirius-CEO, Joseph Clayton, erhielt zuletzt ein Jahressalär in Höhe von 960.000 Dollar. Der „New York Post“ verriet Karmazin, dass er keine garantierten Prämien erhält, stattdessen wolle er sich von seinem gesamten Gehalt nach und nach Sirius-Aktien kaufen. Leisten kann er sich das: Als Karmazin bei Viacom ausschied, erhielt er 35 Mio. Dollar Abfindung. Zudem behielt er seine elf Mio. Viacom-Aktien, die zum Zeitpunkt seiner Kündigung fast 400 Mio. Dollar wert waren.
Der Einstieg von Karmazin soll Sirius im Wettbewerb mit XM Vorteile verschaffen. Derzeit verfügt der Digitalfunker mit seinen rund 120 zumeist werbefreien Kanälen über knapp 800.000 zahlende Abonnenten, Konkurrent XM hat über 2,5 Mio. Kunden. Bei seiner Vorstellung in der Manhattener Zentrale versprach Karmazin der Belegschaft, er wolle in den kommenden Wochen vor allem institutionellen Investoren ein finanzielles Engagement bei Sirius schmackhaft machen. Die Tatsache, dass Karmazin nicht billig ist, schockte die Börse nur wenig: Nach einem 23-prozentigen Kursplus verloren Sirius-Aktien bis Ende der letzten Woche nur knapp fünf Prozent.
Unklar ist derzeit, ob der künftige Starmoderator von Sirius schon vor 2006 seinen Dienst antreten kann. Radio-Enfant-Terrible Howard Stern will seinen derzeitigen Arbeitgeber Infinity/Viacom offenbar schon früher verlassen, als vereinbart. Dabei spielt auch seine langjährige Geschäftsbeziehung zu Karmazin eine entscheidende Rolle. Schon jetzt macht Stern öffentlich Promotion für Sirius. Sogar bei der von CBS (Viacom) ausgestrahlten „David Letterman Show“ pries er die Digitalfunker. Sollte Stern schon ab Januar 2005 die Seite wechseln wollen, würde das Sirius allerdings teuer zu stehen kommen. Insider schätzen, dass für diesen Fall weitere 180 Mio. Dollar fällig würden – 100 Mio. Dollar für Stern und die Produktion seiner Shows sowie 80 Mio. Dollar Abfindung an Viacom.






