Das Musikgeschäft der Schweiz verbuchte im ersten Halbjahr 2006 nach Verkaufszahlen und Umsätzen Einbrüche im zweistelligen Prozentbereich: Das Minus nach verkauften Stückzahlen lag bei 18,5 Prozent, die Umsatzverluste bei 16 Prozent. „Das ist eine sehr beunruhigende, erschreckende Entwicklung“, sagte der schweizerische IFPI-Geschäftsführer Peter Vosseler der Boulevardzeitung „Blick“.
„Wenn es so weitergeht, droht ein Lädelisterben auf breiter Ebene“, ergänzte er im Gespräch mit dem Gratisblatt „20 Minuten“. „Bald gibt es CDs nur noch bei den Großverteilern.“ Dennoch sei der Tonträger „noch nicht tot“, noch immer wollten „viele Kunden das Produkt physisch in der Hand halten“.
Als Hauptgrund für die erneuten Einbrüche – von Anfang 2000 bis Ende 2005 büßte das Musikgeschäft in der Schweiz bereits rund 30 Prozent seines Volumens ein und ist derzeit etwa auf dem Niveau von 1988 angelangt – sei die anhaltende Piraterie zu nennen. Die IFPI habe allerdings mit ihrer Aktion Game Over erste Erfolge erzielen können: Von 70 juristisch verfolgten Fällen wurden bislang 25 mit außergerichtlichen Vergleichen beigelegt, zudem kam es zu einer Verurteilung. Die gezahlten Summen lagen zwischen 2000 und 9000 Franken.






