Natürlich sei das Radio nicht alleine Schuld an der schlechten Lage der Musikwirtschaft. Dennoch ist es ein Teil des Problems, sagt Tim Renner und fordert die Sender auf, ihrem Auftrag nachzukommen. Im Gespräch mit musikwoche weist er die Anschuldigungen aus der Radiobranche zurück: „Selbstverständlich wälzen wir unsere Probleme nicht auf die Hörfunksender ab“, sagt der Universal-Chef. In einem Interview, das er der Zeitschrift „w&v“ gegeben hatte, kritisierte Renner jüngst die Programmeinfalt vieler Stationen und provozierte damit den Protest der Radio-Macher. „Mein Eindruck ist vielmehr: Vielen Radiosendern geht es noch schlechter als der Musikwirtschaft.“ Ein Erlösminus von zwölf Prozent bei der Radiowerbung zeige deutlich, dass sich einige Stationen mit ihrer Programmgestaltung ins Abseits manövrieren. „In dieser Diskussion stehen sich inzwischen Verhandlungspartner gegenüber, deren Geschäftsmodelle nicht mehr so richtig aufeinander passen“, urteilt Renner. Er verstehe, dass Privatsender ihren Werbekunden gegenüber in der Pflicht stehen. Die Kunden der Öffentlich-Rechtlichen sind laut Renner jedoch die Gebührenzahler. Und denen gegenüber gelte es nunmal, Musik zu bieten, die das gesamte Spektrum des kulturellen Lebens verkörpert. Für Musikbranche und Radiolandschaft gebe es indes eine einfache Lösung des Konflikts: „Wenn alle Beteiligten ihren jeweiligen Aufträgen nachkommen, werden wir alle unsere Krise meistern können“, prophezeit Renner. Das dürfte seiner Ansicht nach besonders den öffentlich-rechtlichen Stationen leicht fallen: „Die können ihren Auftrag ohnehin in der Verfassung nachlesen.“
Renner: „Nehmt euren Auftrag wahr“
Natürlich sei das Radio nicht alleine Schuld an der schlechten Lage der Musikwirtschaft. Dennoch ist es ein Teil des Problems, sagt Tim Renner und fordert die Sender auf, ihrem Auftrag nachzukommen.






