Recorded & Publishing

Qobuz bezieht Berliner Dependance

„Vor Ort zu sein ist entscheidend, um Vertrauensverhältnisse zu knüpfen und exklusive Events zu organisieren“ – der französische Musikstreamingdienst Qobuz will seine Präsenz in Deutschland mit einem neuen Standort in Berlin ausbauen.

In Berlin-Kreuzberg hat Qobuz seine neuen Büroräume bezogen. Diese nutzt die aus Paris stammende Streamingplattform mit anderen Akteuren der Musikbranche. Vorerst hat nur Lena Germann die neuen Räumlichkeiten bezogen, die die Musikauswahl sowie das deutsche Magazin des Dienstes verantwortet. Weitere Kolleg:innen dürften folgen.

Mareile Heineke, die das DACH-Geschäft von Paris aus verantwortet, erläutert für MusikWoche die Strategie hinter dem Schritt in die Hauptstadt: „Das Ziel ist es, unsere Nähe zum deutschen Markt zu stärken. Unsere Präsenz in Berlin ermöglicht es uns, eine echte Verbindung zu lokalen Künstler:innen und Labels aufzubauen.“ Vor Ort zu sein, sei dabei entscheidend, „um Vertrauensverhältnisse zu knüpfen und exklusive Events wie unsere Listening Sessions zu organisieren, damit wir die Musik so nah wie möglich an unserer Community erlebbar machen können“.

Beim Personalaufbau setze das Unternehmen auf ein schrittweises Vorgehen. „Wir verfolgen eine organische Wachstumsstrategie“, so Heineke. „Eine Verstärkung des Teams ist je nach Projektentwicklung und Marktnachfrage geplant.“ Einen konkreten Zeitplan nannte sie nicht.

Organisatorisch folgt Qobuz wiederum einem dezentralen Modell: „Während das DACH-Management in Paris die strategische Kohärenz gewährleistet, genießt Lena in Berlin volle operative Autonomie, um agil auf dem lokalen Markt agieren zu können“, erklärt Heineke mit Verweis auf ihre Kollegin in der Hauptstadt. Die zentralen Abteilungen – darunter Marketing, Tech, Geschäftsführung, Produkt und Business Development – seien am Pariser Hauptsitz angesiedelt, „während unsere Musikexpert:innen jeweils fest in den einzelnen Ländern verwurzelt sind, um eine echte Nähe zu den Künstler:innenszenen zu pflegen“. Regelmäßige Online-Meetings mit allen Mitarbeitenden an verschiedenen Standorten rund um die Welt sollen laut Heineke einen flüssigen sowie stetigen Austausch innerhalb des Unternehmens garantieren.

Im Gespräch mit MusikWoche aus dem Februar 2025 hat sich Heineke zudem zu den wirtschaftlichen Plänen des Dienstes geäußert. „2024 war ein Schlüsseljahr für Qobuz und wir haben große Fortschritte auf dem Weg zur Rentabilität gemacht“, erklärte die Country Managerin. Das Unternehmen habe sein Produkt in diesem Jahr durch neue Audioformate und eine neu gestaltete App weiterentwickelt und sehe sich auf klarem Kurs. Ein finanzielles Gleichgewicht erwarte Qobuz ab 2025 „in den nächsten zwei bis drei Jahren“.