Um die Zukunft der Public-Firmen kursierten im Zuge der Insolvenz der zur Public Propaganda Music Group AG umbenannten vormaligen Netrecordz-AG Mitte Dezember vergangenen Jahres einige Gerüchte. Jens-Markus Wegener und Oliver Wegener-Pavenstedt betonen, dass die Insolvenz stets die Konzernmutter, die Public Propaganda Music Group AG, in die beide im April 2001 ihre Firmen eingebracht hatten, betroffen war – nicht aber die einzelnen Unternehmen.
Statt dessen haben die Brüder die Firmenstrukturen optimiert. Derzeit arbeiten rund 75 Mitarbeiter für AMV ALSTER Musikverlags-GmbH, Public Propaganda und PP Sales Forces. Beim Musikverlag AMV Alster wird in den kommenden Monaten vor allem der Ausbau des Autorenstamms für die internationale Verwertung und die Förderung nationaler Autoren und Künstler im Mittelpunkt stehen. „Wir lassen uns vom schwächelnden deutschen Markt nicht irritieren und richten unseren Blick auf die Welt“, erklärt Jens-Markus Wegener.
Neu unter Vertrag seien beispielsweise die maltesischen Grand-Prix-Teilnehmerinnen Lynn Chircop und Ira Losco.
Ein besonderes Augenmerk soll auch der Einzelvermarktung von Songs gelten. Der Musikvertrieb PP Sales Forces legt ebenfalls den Fokus stark aufs Ausland. Geplant ist für Vertriebs- und später auch Fremdlabels ein Service namens International Sales Marketing. Diese Dienstleistung soll es kleinen Labels ermöglichen, weltweite Releases zu koordinieren und in jedem Land den optimalen Marketingplan zu entwickeln. „Wir haben 90 Vertriebspartner in 38 Ländern“, präzisiert Wegener-Pavenstedt, „und nehmen sozusagen die Arbeit vorweg, die ein Exportbüro leisten könnte“.
Im Inland wird PP Sales Forces weiterhin Partnerschaften mit Indigo und Soulfood eingehen. Bei der Promotionagentur Public Propaganda sollen dagegen bewährte Strukturen nicht verändert werden – Oliver Wegener-Pavenstedt zeigt sich mit der Genre-orientierten Vierteilung in die einzelnen Zellen Hardbeat Propaganda, DJ Propaganda, For The Headz (HipHop) und Public Propaganda (Progressive, Jazz) sehr zufrieden: „Promotion ist Know-how-Transfer. Unsere Teams sind keine Drückerkolonnen, sondern willkommene Kompetenz-Partner der Medien.“
Über mangelnde Aufträge könne Public Propaganda derzeit nicht klagen, durch die Flaute der Branche habe sich aber das Verhältnis zwischen Aufträgen von Majors und Indies verschoben: „Früher lag es bei 70 zu 30, jetzt kommen wir in manchen Monaten auf ein Verhältnis von 50 zu 50“, sagt Wegener-Pavenstedt.






