Im Vergleich zu den riesigen Besucherströmen vergangener Messen kann die diesjährige Popkomm. schon fast als intim bezeichnet werden – abgesehen vom Freitag war an den Ständen selten Hochbetrieb. Der Rückgang der ausstellenden Firmen, der 2000 einsetzte, fand in diesem Jahr mit 797 Ausstellern seinen Tiefpunkt. Die Zahl der Besucher sank ebenfalls deutlich um 14 Prozent auf 14.553 Fachbesucher. Ungebrochen ist allein der Aufwärtstrend bei der Internationalisierung der Messe, rund 62 Prozent der Besucher kamen nicht aus Deutschland. Dass sich die Branche trotz der negativen Halbjahreszahlen das Feiern nicht verbieten ließ, zeigten zahlreiche Veranstaltungen, auf denen 450 Bands und Künstler ihre Musik präsentierten.
ein plädoyer…
… für mehr Leidenschaft hielt Gerd Gebhardt, Vorstand des Bundesverbands Phono, in seiner Eröffnungsrede zur diesjährigen Popkomm. musikwoche.de zitiert einige Kernsätze:“Völlig falsch ist der Eindruck, die Branche bestünde nur aus Sex, Drugs und Rock“n“Roll… Ein ganz wichtiger Aspekt ist Leidenschaft – Leidenschaft zur Musik. Entscheidend ist die Kreativität der Firmen und deren Leidenschaft, Musik zu entdecken und zu produzieren… Natürlich muss man – erst recht bei starken Umsatzrückgängen – wirtschaftliche Zusammenhänge beachten. Firmen können nur überleben, wenn sie Profit erwirtschaften – das gilt sogar für die Musikwirtschaft. Überdotierte Künstlerverträge sind genauso wenig hilfreich wie unsinnige Budgeterfüllungsprogramme. Eine Erfolgsgarantie gibt es in unserer Branche jedenfalls genauso wenig wie in jeder anderen. Was wir brauchen, ist die Übertragung der Leidenschaft der Musiker zu ihren Fans. Und die Musikfirmen – ob groß oder klein – sind die Mittler dieser Leidenschaft. Schließlich ist Musik hochattraktiv, und sie wird so oft gehört wie nie zuvor… Egos sind wichtig. Aber wenn sie das überdecken, was der Mittelpunkt sein sollte – der Aufbau neuer Künstler – dann schaden sie mehr, als sie nützen… Nur gemeinsam wird es uns gelingen, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Nur gemeinsam können wir die Zukunft für Musik und mit Musik gestalten. Eine Zukunft mit Leidenschaft. Die Popkomm. ist der richtige Rahmen, um diese Gemeinsamkeit zu überprüfen und zu festigen.“
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