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RTL-Group- und Bertelsmann-CEO Thomas Rabe hört Ende 2026 auf

Ein ziemlicher Personal-Hammer am Freitagabend: Der RTL-Group- und Bertelsmann-CEO Thomas Rabe kündigt an, Ende 2026 aus dem Amt ausscheiden zu wollen.

Der Bertelsmann– und RTL-Group-CEO Thomas Rabe hat der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Vorfeld der Geschäftszahlen 2023 ein Interview gegeben. Darin spricht er auch darüber, seinen bis Ende 2026 laufenden Vertrag nicht verlängern und sich dann anderen Aufgaben zuwenden zu wollen. „Ende 2026 habe ich 40 Berufsjahre, knapp 30 Jahre in Vorstandspositionen, 21 Jahre im Bertelsmann-Vorstand. Das ist der richtige Zeitpunkt für neue Impulse – auch für das Unternehmen“, sagt Rabe.

Rabe will in den verbleibenden drei Jahren Bertelsmann und die RTL Group im „bestmöglichen Zustand“ für die Nachfolge hinterlassen. Ende 2026 plant der CEO dann die Konzernwelt ganz zu verlassen, auch keine Aufsichtsratsmandate anzunehmen. „Ich möchte dann frei sein“, sagt er. Höchstens eine Tätigkeit als Unterstützer oder Berater könne er sich dann noch vorstellen.

Einen Hinweis auf seine Nachfolgerin oder seinen Nachfolger lässt Rabe auch fallen, obwohl er betont, dass diese Entscheidung dann dem Aufsichtsrat obliegt. „Bei Bertelsmann werden die Topführungspositionen zu 80 Prozent intern besetzt“, stellt Rabe fest. Ein Fingerzeig zum Beispiel eventuell für Carsten Coesfeld, den Enkel des verstorbenen Familienpatriarchen Reinhard Mohn, der bereits im Bertelsmann-Vorstand sitzt und sich als CEO um den Bereich Bertelsmann Investments (BI) kümmert.

Rabe gab im Interview auch einen Einblick in den aktuellen Stand des Streamingdienstes RTL+. Er sieht das eigene Angebot inzwischen im deutschen Markt gleichauf mit Disney+ auf Platz drei, hinter Netflix und Prime Video, und spricht von nun schon beachtlichen fünf Millionen Abonnenten. „Wir gewinnen also deutlich an Marktanteilen“, hält Rabe fest, der nach der Kooperation mit Sky, die zum Beispiel die Formel 1 und Premier-League-Fußball zu RTL bringt, andeutet, dass es noch weitere dieser Deals geben könnte. „Da werden sich viele weitere Chancen ergeben. RTL+ ist der natürliche Partner für andere Streamer“, analysiert Rabe den sich in einer Konsolidierung befindlichen Markt.