Schiewack, Programmdirektor der MRD-Kanäle Jump und Sputnik, konnte mit 200 Kongressteilnehmern das Spektrum von forward2business (f2b) im Vergleich zum Vorjahr deutlich ausbauen: Doppelt so viele Referenten und dreimal so viele Teilnehmer wie 2003 trafen sich zu doppelt so vielen Diskussionsrunden im Innenhof der Burg Giebichenstein. Zumeist kreisten die Anstöße und Präsentationen um mobile und internetbasierte Geschäftsmodelle. So prognostizierte Ulrich Järkel, Leiter der Commercial Unit bei BMG, das Wachstum werde im mobilen Musikgeschäft in den kommenden beiden Jahren 40 Prozent betragen. „Technologische Innovationen befeuern das Musikgeschäft“, meinte Järkel, und zeigte auch einen Weg, wie sich zwischen dem mobilen und dem traditionellen Geschäft Profite erwirtschaften lassen: Wenn etwa Musikerkennungsdienste den Mobilfunk nutzen, damit die Kunden gleich die zugehörigen Downloads, Klingeltöne oder Tonträger eines bestimmten Künstlers bestellen können. Ein erstes Beispiel für diese Up-Sales-Dienste stellte Uwe Schnepf vor, beim Provider Tiscali für Neue Medien zuständig: „Unser Ansatz ist die Integration von Musikdownloads in das laufende Programm der bei uns gestreamten Sender“, erklärte er das neue Geschäftsmodell, das in vier Wochen in Zusammenarbeit mit dem Sender NRJ München in die Testphase gehen soll.
Als Höhepunkt des Kongresses verliehen die Macher wie in den Vorjahren den Sputnik Innovator Award. Ein Preis ging an die Einstürzenden Neubauten, die mit finanzieller Unterstützung von bis zu 3000 Fans ein neues Album produzierten. Dabei konnten die Supporter über die Website neubauten.org den Entstehungsprozess des Werks verfolgen und in das Geschehen eingreifen. Der zweite Award ging an MP3-Erfinder Prof. Karlheinz Brandenburg für das Klangsystem Iosono, das er zusammen mit seinem Team vom Fraunhofer Institut IDMT entwickelte und das die heute bekannten 5.1-Systeme ablösen soll. In seiner Lobrede auf Brandenburg sorgte Prof. Diemer de Vries von der Uni Delft dann für einen kleinen Schreckensmoment: „Wo stünde die Entertainmentbranche heute ohne MP3?“, fragte der Laudator, und drehte damit den Fokus des Zukunftskongresses in Richtung Geschichtsbetrachtung: Ja, wo eigentlich?






