Recorded & Publishing

Nachgefragt: Heino Drecker, Geschäftsführer Zomba Distribution

Auf ihrer Vertriebstagung in Castrop-Rauxel Anfang September präsentierte die Mannschaft des Zomba Vertriebs ihren Kollegen eine Auswahl der Produktschwerpunkte für das Weihnachtsgeschäft. musikwoche.de sprach mit Vertriebschef Heino Drecker über die aktuelle Lage der Branche und die Aussichten für sein Unternehmen in der Zukunft.

musikwoche.de: Wie lief das Geschäftsjahr bisher für den Zomba Vertrieb?

Heino Drecker: Wir hatten bereits im Vorfeld eine realistische und vorsichtige Budgetplanung vorgenommen. Insofern läuft es bisher sehr ordentlich für uns. Im Moment liegen wir noch ganz knapp unter unseren Erwartungen, aber bis Jahresende ist ja noch etwas möglich.

mw: Welche Probleme machen dem Zomba Vertrieb zurzeit besonders zu schaffen?

Drecker: Da wir bekanntlich auch stark von kleineren und mittelgroßen Labels sowie Importthemen leben, trifft uns natürlich die Situation im Handel. Wo die Breite des Angebots schwindet, haben auch wir Schwierigkeiten, unsere kleineren Themen in den Regalen unterzubringen.

mw: Welche Bereiche bei Zomba bereiteten Ihnen in den letzten Monaten am meisten Freude?

Drecker: Die Erkenntnis, dass gerade die so genannten Intensivkäufer, also die Fans, die öfters Platten kaufen, unsere treuen Kunden sind. Das stellen wir insbesondere anhand der Nachfrage von Online-Retailern und Mailorder-Firmen fest Zudem bereiten uns die Absatzzahlen unserer Reggae-Labels Trojan, Greensleeves, Pressure Sound und Ariwa Freude. Auch die Katalogware, wie die von Sanctuary, behauptet sich sehr gut.

mw: Welche Labels kamen im Lauf des Jahres neu dazu, welche sind nicht mehr Teil des Katalogs?

Drecker: Nicht mehr bei uns ist leider Dos Or Die. Und große, namhafte Neuzugänge haben wir nicht zu vermelden. Allerdings lässt sich hervorheben, dass wir mit vielen wichtigen Partnern eine Verlängerung der Verträge erreichen konnten. So zum Beispiel mit V2, Music For Nations, Favoured Nations, Global Underground und Hedkandi.

mw: Mit welchen Produkten versprechen Sie sich die größten Erfolge im Weihnachtsgeschäft?

Drecker: Zuvorderst natürlich mit dem neuen Album von Tom Jones, aber auch Liberty X und das bereits erschienene Album von Eva Cassidy sind Themen für den Herbst. Ebenso die Solo-Alben von Nick Carter von den Backstreet Boys und von Justin Timberlake von ‚N Sync. Zu meinen persönlichen Favoriten zählen die Fehlfarben, die übrigens auf unserer Vertriebstagung spielten. Da lagen sich die Mitarbeiter, Alt und Jung, mit Freudentränen in den Armen. Obendrein erscheinen auf Rykodisc zwei Zappa-Kopplungen und frühe Werke von den Flaming Lips.

mw: Wie schätzen Sie die Marktentwicklung in den kommenden Monaten ein?

Drecker: Recht gut. Unsere Mitbewerber haben sich ja doch ein paar Hochkaräter für den Herbst aufgespart. Da bin ich sehr zuversichtlich, dass die Massen, die dann diese Platten kaufen wollen, auf dem Weg zur Kasse auch eine unserer Platten entdecken.