Recorded & Publishing

Nachgefragt: Dirk Hohmeyer, Geschäftsführer P.S.E. Germany

1994 feierte die „Night Of The Proms“ in Deutschland Premiere. Dieses Jahr werden im Dezember rund 140.000 Besucher erwartet. musikwoche.de sprach mit Produzent und Veranstalter Dirk Hohmeyer über die Show und die Zusammenarbeit mit den Plattenfirmen.

musikwoche.de: Wie kam es zur Verwirklichung einer Best-Of?

Dirk Hohmeyer: Seit 1994 wird einmal im Jahr eine „Night Of The Proms“-Live-CD veröffentlicht. Allerdings sind die älteren Veröffentlichungen mittlerweile gestrichen. Die Popularität der Show hat Jahr für Jahr zugenommen, so dass eine Best-Of fällig war.

mw: Wer wählte die Titel aus?

Hohmeyer: Wir haben die CD aufgrund eines engen Dialogs mit dem Publikum entwickelt, das sich Titel gewünscht hat – und nach der Verfügbarkeit der Rechte. Wir kommunizieren mit den Fans der Show auf verschiedenen Wegen, per E-Mail, in Chats und mit einem Fragebogen.

mw: Die Show findet dieses Jahr an 52 Tagen statt. Wo ist das Limit?

Hohmeyer: Es wird darauf hinauslaufen, auch im Sommer eine Tournee aufzuziehen. Wir haben vor kurzem eine Firma in Frankreich gegründet und werden dort im Mai und Juni 2003 eine „Night Of The Proms“ anbieten.

mw: Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit mit den Plattenfirmen?

Hohmeyer: Es gibt eine völlig skurrile Situation in diesem Jahr. Die Künstler Foreigner, Pointer Sisters, John Miles und Alphaville, die bei der Show auftreten, haben derzeit keinen Plattenvertrag. Gleichzeitig verkaufen wir in Deutschland aber 140.000 Tickets für die Shows. Rund 60 Prozent der Besucher sind so genannte „Sleeper“. Wenn ich mir das so angucke, würde ich sagen, dass einer von beiden – Live-Entertainment oder die Tonträgerbranche – ein Problem hat. Ich verstehe nicht, warum die Plattenfirmen teilweise nicht einmal den Backkatalog der auftretenden Künstler reaktivieren. So hat beispielsweise WSM keinerlei Kooperationswilligkeit gezeigt.

mw: Rechnet sich die Show noch? Wie gehen Sie mit den gestiegenen Gagenforderungen um?

Hohmeyer: Ich wundere mich, welche Verträge in Deutschland akzeptiert werden. Die Eitelkeit der deutschen Veranstalter ermöglicht den Agenten, in Deutschland höhere Gagenforderungen durchzusetzen. Ich bin nicht der Meinung, dass man jede Gagenforderung auf den Konzertbesucher abwälzen kann. Wir machen diese Spielchen nicht mit.

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