Recorded & Publishing

Nachgefragt: Bernd Dopp, President Warner Music Group Germany

Mit seinen Stars bestritt Warner Music mehrheitlich den Abend der Eröffnungsgala in der Color Line Arena. Für den Präsidenten der Firma war die Halle längst überfällig. musikwoche.de verriet Bernd Dopp, warum.

musikwoche.de: Was bedeutet die neue Color Line Arena für Hamburg und die Hamburger Medienunternehmen?

Bernd Dopp: Die Color Line Arena stärkt mit Sicherheit den Musik- und Medienstandort Hamburg und ist daher auch für Warner Music Germany und unsere Künstler von größter Bedeutung. Dass die Hamburger Musikfans jetzt nicht mehr nach Kiel, Hannover, Bremen oder Berlin fahren müssen, um unsere Superstars wie Madonna, Phil Collins oder die Red Hot Chili Peppers live erleben zu können, freut uns natürlich ganz besonders.

mw: Kann Hamburg weiterhin als Medienmetropole dem „Hauptstadt-Sog“ Berlins widerstehen?

Dopp: Ich bin der Meinung, solange man A&R-Präsenz in den wichtigsten Kreativ-Metropolen vor Ort hat, ist die Frage des Standorts nicht von einer solchen Bedeutung, wie oft zu lesen ist. Wir haben mit Bands wie Tok Tok, Cultured Pearls, und dem heißesten Berliner Act, Seeed, ausgezeichnete Berliner Künstler auf unserem Roster. Außerdem führen wir mit dem Senat unserer Stadt sehr intensive Gespräche über die Zukunft des Medienstandortes Hamburg.

mw: Wie weit engagiert sich Warner Music in diesem Rahmen?

Dopp: Neben dem exzellenten Line-Up, das wir der Color Line Arena mit Phil Collins, Sasha und Wonderwall für die Eröffnungsveranstaltung zur Verfügung gestellt haben, engagieren wir uns auf vielen Ebenen für den Musikstandort Hamburg. Wir planen zum Beispiel gerade unter dem Arbeitstitel „Warner Music Lounge“ eine Veranstaltungsreihe, die Vertretern der Branchen Musik, Film, Politik, Multimedia und Werbung die Möglichkeit bietet, sich über die Belange des Medienstandorts Hamburg auszutauschen. Diese Kommunikationsplattform wollen wir drei- bis viermal im Jahr installieren.

mw: Sieht Warner Music diese Kooperation als Beginn einer weiter reichenden Partnerschaft zwischen Wirtschaft, Politik und Kultur?

Dopp: Nicht erst seit unserem Engagement für die Arena führen wir Gespräche mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Die dringenden Probleme der Musikwirtschaft, wie das Brenner-Problem oder die gegenwärtige Radiolandschaft in Deutschland, lassen sich nur im Schulterschluss mit Politik, Medien und Wirtschaft lösen.

mw: Kann ein Objekt wie die Color Line Arena konjunkturelle Impulse in schweren Zeiten geben?

Dopp: Man kann von der Color Line Arena keine konjunkturellen Impulse erwarten. Diese müssen aus dem gesamtwirtschaftlichen Kontext kommen. Ich kann nur sagen, dass Hamburg, im Gegensatz zu anderen Großstädten, eine wirtschaftlich prosperierende Metropole ist.