Recorded & Publishing

Monti nickt – neuer Supermajor entsteht

Die EU-Kommission wird aller Voraussicht nach die Fusion von Sony Music und BMG genehmigen. Nach Gesprächen mit den Topmanagern beider Unternehmen will Wettbewerbskommissar Mario Monti den Merger sogar ohne große Konzessionen abnicken – sehr zum Verdruss der Fusionsgegner.

Die EU-Kommission wird aller Voraussicht nach die Fusion von Sony Music und BMG genehmigen. Nach Gesprächen mit den Topmanagern beider Unternehmen will Wettbewerbskommissar Mario Monti den Merger sogar ohne große Konzessionen abnicken – sehr zum Verdruss der Fusionsgegner. Diese hatten zumindest erwartet, dass die beiden Konzerne mit drastischen Auflagen belegt würden. Aus dem Umfeld der EU-Kommission verlautete, den Kartellwächtern fehlten schlagkräftige und vor allem unanfechtbare Argumente, die eine Blockade des Zusammenschlusses ermöglichen würden. Eine offizielle Bestätigung der EU steht noch aus, wird aber im Laufe des heutigen Tages erwartet. „Wenn das stimmt, dann gehen wir vor Gericht“, meinte Michel Lambot, Chairman der Indie-Vereinigung Impala, die sich vehement gegen die Fusion stemmt. Nun wird mit Sony BMG der weltgrößte Musikkonzern entstehen, der gemessen an den Marktanteilen noch vor dem bisherigen Spitzenreiter Universal liegt. Interessantes Detail: Damit schaffen zwei ehemalige TV-Manager – mit Andrew Lack als Sony-Chef und Rolf Schmidt-Holtz als BMG-Boss – eine Großfusion, die diversen Musikmanagern in der Vergangenheit nicht gelingen wollte. Leiter des künftigen Marktführers soll Lack werden. BMGs bisheriger COO, Michael Smellie, wird zweiter Mann im Konzern. Schmidt-Holtz wechselt an die Spitze des Aufsichtsrats. Sony BMG verspricht sich von der Hochzeit jährliche Einsparungen zwischen 250 und 300 Mio. Euro. Wieviele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, ist noch unklar.