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miz-Studie: Mehrheit fordert bei KI-Musik Kennzeichnung und Vergütung

Eine Befragung im Auftrag des Deutschen Musikinformationszentrums zeigt: Vier von zehn Menschen in Deutschland haben inzwischen bewusst KI-generierte Musik gehört. Die Bevölkerung akzeptiert KI vor allem als unterstützendes Werkzeug, verlangt jedoch klare Regeln für den professionellen Einsatz.

“KI-generierte Musik ist für viele Menschen bereits Teil ihrer Hörerfahrung“, befindet das Deutsche Musikinformationszentrum in der Vorstellung seiner Untersuchungsreihe „Musikmonitor Deutschland„, die von dem Institut für Demoskopie Allensbach zwischen dem 3. und 16. Juli 2026 durch eine Befragung von 1040 Personen ab 16 Jahren durchgeführt wurde. 94 Prozent der Befragten kennen den Begriff „Künstliche Intelligenz“, 71 Prozent haben entsprechende Programme bereits genutzt.

Insgesamt haben 40 Prozent der Bevölkerung schon einmal Musik gehört, von der sie wussten, dass sie von KI erstellt wurde. Unter den 16- bis 29-Jährigen sind es 63 Prozent, unter den 60-Jährigen und Älteren hingegen nur 23 Prozent. Auch zwischen Ost und West zeigt sich ein Unterschied: Im Westen haben 42 Prozent bereits bewusst KI-Musik gehört, im Osten sind es 30 Prozent. Wer im Osten entsprechende Erfahrungen gemacht hat, urteilt jedoch überdurchschnittlich positiv: 65 Prozent äußern sich zustimmend, im Westen sind es 45 Prozent.

Von denjenigen, die bereits KI-generierte Musik gehört haben, gefiel diese knapp der Hälfte gut oder sehr gut; ein Drittel bewertete das Gehörte hingegen negativ. Die Einschätzung der Qualität hängt auch von der eigenen Hörerfahrung ab. Unter denjenigen, die bereits KI-Musik gehört haben, halten 36 Prozent sie für qualitativ vergleichbar mit menschengemachter Musik. In der Gruppe ohne entsprechende Hörerfahrung sind es lediglich 17 Prozent. Eine Unterscheidung zwischen menschengemachter und KI-generierter Musik halten die meisten Befragten grundsätzlich für schwierig, aber möglich.

Trotz wachsender Akzeptanz ist für viele Befragte die menschliche Urheberschaft relevant: 56 Prozent ist es wichtig, dass die gehörte Musik von einem Menschen stammt. 41 Prozent geben an, dass Musik sie nur dann wirklich berühren könne, wenn ein Mensch dahinterstehe. Selbst in der jüngeren, KI-affineren Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen legt eine relative Mehrheit von 44 Prozent Wert auf menschliche Urheberschaft.

Beim professionellen Einsatz von KI wünscht sich die Bevölkerung klare Regulierung. 68 Prozent sprechen sich für eine eindeutige Kennzeichnung KI-generierter Musik aus und 58 Prozent fordern eine Vergütung für Musiker:innen, deren Werke zum KI-Training verwendet werden. Rechtlich ist die Trainingsnutzung geschützter Werke zumindest in Deutschland mittlerweile geklärt: So entschied das Landgericht München I Ende Juli 2026 im Verfahren der GEMA gegen den US-Anbieter Suno, dass dieser bestimmte geschützte Musikwerke nicht ohne Zustimmung vervielfältigen und zum KI-Training nutzen darf.

58 Prozent der Befragten sehen in künstlicher Intelligenz zudem eine Bedrohung für die berufliche Existenz von Musikschaffenden. Die Akzeptanz konkreter Anwendungen hängt stark davon ab, wie stark KI in den kreativen Prozess eingreift. So befürworten 74 Prozent die Reparatur beschädigter Aufnahmen durch KI, doch nur 15 Prozent finden die eigenständige Komposition ohne menschliche Beteiligung akzeptabel. Das Nachahmen der Stimme bestimmter Künstler:innen lehnt eine große Mehrheit ab; lediglich zehn Prozent halten dies für vertretbar.

Auch der Einsatzort spielt eine Rolle: KI-generierte Musik in Computerspielen oder in der Werbung akzeptieren jeweils mehr als die Hälfte der Befragten. Bei Konzerten sind es hingegen nur vier Prozent. Mit Blick auf die Zukunft äußert zudem gut ein Viertel der Bevölkerung die Sorge, KI könne verstärkt zur Verbreitung von Musik mit radikalen politischen Botschaften eingesetzt werden.