Recorded & Publishing

Ministry of Sound trennt sich vom CEO

Dem britischen Mutterhaus von Ministry of Sound (MoS) stehen Änderungen bevor. Die deutsche Zweigstelle in Berlin bleibt davon jedoch unberührt.

Dem britischen Mutterhaus von Ministry of Sound (MoS) stehen Änderungen bevor. Nach einem inhaltlichen Disput zwischen den beiden Inhabern, CEO Matt Jagger und Gesellschafter James Polumbo, will sich MoS in Großbritannien vom kostenaufwändigen und langfristigen Künstleraufbau verabschieden. Allerdings will man sich in London weiter auf das Compilation-Geschäft und das Lizenzieren von „schnell drehenden“ Singles konzentrieren, wie zum Beispiel DJ Sammys Single „Heaven“, die nächste Woche in UK mit über 100.000 Vorbestellungen veröffentlicht wird. Während CEO Jagger den künstlerorientierten, traditionellen Weg einer Plattenfirma weiter beschreiten wollte, drängt Polumbo, der aus der Bank- und Finanzwelt stammt, auf eine Fokussierung des Geschäfts auf die Bereiche Sponsoring, Media und Brand-Marketing. MoS betreibt in UK neben dem Label auch diverse Clubs, einen Radiosender und ein Dance-Magazin. Auf diesem Sektor sieht Polumbo die größeren Ertragschancen. Grund nun für Jagger, sich von seinem Posten als CEO zurückzuziehen. Allerdings bleibt er weiter an MoS beteiligt. Mit Jagger werden voraussichtlich weitere sechs bis zwölf Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Für die deutsche Dependance von Ministry of Sound hat dies keine direkten Auswirkungen. Lediglich der Repertoire-Transfer von der Insel auf den deutschen Markt dürfte künftig etwas ins Stocken geraten, erklärt MoS-Chef Konrad von Löhneysen im Gespräch mit musikwoche.de: „Wenn UK in Zukunft weniger attraktives Repertoire liefert, haben wir natürlich langfristig weniger Titel, die wir hier in Deutschland zweitverwerten können. Allerdings waren in diesem Jahr 60 bis 70 Prozent unserer Veröffentlichungen ohnehin deutsche Signings. Insofern wird mir da nicht bange.“ MoS UK sei zudem nur Minderheitsgesellschafter bei der Berliner Zweigstelle, ihr Einfluss daher eher gering. Neben dem Mehrheitseigner von MoS, der IN-motion AG, hält auch von Löhneysen Anteile am Unternehmen.