Der Tonträger-Großhändler MFP – Fust & Pagenkemper will den stationären Fachhandel zukünftig auch mit Klingeltönen und mobilen Games beliefern. Kunden können dann auf den derzeit noch in Arbeit befindlichen Homepages mobilemusicworld.de, mobilegames.de und bald wohl auch mobilemovieworld.de ihre im Handel gekauften mobilen Inhalte mittels Free Codes abrufen. MFP realisiert das Vorhaben zusammen mit dem Internetdienstleister Mobillion, der die Plattform und die Inhalte bereitstellt und mit diversen Plattenfirmen und Spieleanbietern zusammen arbeitet. Im Klingeltonbereich wird es zunächst monophone und polyphone Klingeltöne geben, Realtones sollen später hinzukommen.
Der Händler erhält von MFP eine EDV-Liste mit den entsprechenden Codes, die er individuell in bestehende Verkaufskonzepte integrieren kann. Zudem soll den Händlern ermöglicht werden, die Produkte zu Promotionzwecken einzusetzen und mit anderen Produkten zu kombinieren. So können die Codes zum Beispiel direkt am Point of Sale in Form von Prepaid-Karten, auf die Codes aufgedruckt sind oder die als Eindruck in Glückwunschkarten angeboten werden. Der Endverbraucher gibt auf der entsprechenden Homepage seine Handynummer und den Code ein und sucht sich dann den gewünschten Klingelton oder das gewünschte Spiel aus. Für einen Code im Wert von 1,69 Euro erhält er einen Klingelton, für ein Spiel müssen zwei Codes gekauft werden.
MFP will nach eigenen Angaben dem Handel durch dieses Angebot eine Perspektive eröffnen, um „Umsatzverluste aus den klassischen Geschäftsfeldern durch intelligente Lösungen auf einem neuen Markt aufzufangen“. MFP-Geschäftsführer Frank Pagenkemper sieht es als seine Aufgabe an, zu verhindern, dass ganze Produktbereiche nur noch quasi virtuell abgewickelt werden: „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir diese neuen Produkte wieder vergegenständlichen können. Sonst sind sie nämlich dafür prädestiniert, ganz ohne Einbeziehung des Handels vertrieben zu werden.“ Dabei ist er überzeugt, dass „der Internetmarkt auch langfristig nicht mehr als 25 Prozent des Gesamtmarktes einnehmen wird.“ Umso wichtiger sei es, bei neuen Entwicklungen dafür zu sorgen, dass auch der Handel daran partizipiere.




