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Mediatrend-Ted: Downloads sorgen für mehr Wachstum

Seit Jahren gilt der Mediatrend-Ted von Entertainment Media als Stimmungsbarometer der Branche. Dabei konnte bislang jeder online abstimmen und seine Einschätzung kundtun. Mit der aktuellen Umfrage erhält das Prognosetool einen neuen qualitativen Stellenwert. Denn es hat sich ein hochkarätig besetztes Expertenpanel konstituiert, das jetzt erstmals Stellung bezog. Demnach zeigt sich die gesamte Entertainmentbranche zuversichtlich.

Was ist aussagekräftiger bei der Ermittlung der Stimmungslage einer Branche als die Einschätzungen ihrer Topentscheider. Und welcher Zeitpunkt wäre geeigneter, Bilanz zu ziehen und Ausblick zu halten, als die Phase unmittelbar nach dem Weihnachtsgeschäft, mit dem nicht selten bis zu 25 Prozent des gesamten Jahresumsatzes erwirtschaftet werden. Wenn beide Kriterien erfüllt sind, ist es Zeit für den Mediatrend-Ted. Und so ermittelte der Entertainment Media Verlag zur Jahreswende 2004/2005 durch die Befragung eines handverlesenen Expertenpanels, wohin die Reise geht. Das Ergebnis der Abstimmung spricht Bände und mag so manchen Skeptiker überraschen: Denn trotz anhaltender Konjunkturflaute, trotz nachhaltiger Kaufzurückhaltung der Konsumenten und trotz einer allgemeinen sozialen Unsicherheit angesichts der künftigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands – trotz alledem herrscht in der Entertainmentbranche ein großes Grundvertrauen darin, dass sich schon bald wieder alles zum Guten wenden werde.

Das zeigt die Auswertung der aktuellen Mediatrend-Ted-Abstimmung, an der 150 Topmanager aus allen Bereichen der deutschen Entertainmentwelt, aus Film-, TV-, Video-, Musik- und Unterhaltungssoftwarebranche, teilnahmen. Demnach bezeichnen 58 Prozent der Mitglieder des Expertenpanels im Rückblick den Geschäftsverlauf im Jahr 2004 als „gut“, und 36 Prozent nennen ihn „befriedigend“, womit nahezu alle zumindest positiv gestimmt scheinen. In solcher Zuversicht dürfte sich das Vertrauen der Macher in eine alte Erkenntnis der Sozialwissenschaften niederschlagen, nach der die Menschen gerade in Krisenzeiten nach Zerstreuung und Ablenkung suchen, um ihre frustrierenden Alltagserfahrungen durch positive emotionale Unterhaltungsinhalte wenigstens für einige Stunden zu vergessen. Ob diese Deutung nun zutrifft oder nicht – fest steht jedenfalls: Auch für das noch junge Jahr 2005 rechnet die Entertainmentwirtschaft mit einer positiven Performance.

Dabei lassen sich durchaus unterschiedliche Einfärbungen bei den einzelnen Sparten erkennen. Während zum Beispiel die Topentscheider aus dem Segment der Unterhaltungssoftware besonders optimistisch gestimmt scheinen, lässt sich eine gewisse Skepsis bei den Teilnehmern aus der Musikecke nicht leugnen. Was angesichts der geradezu traumatischen Erfahrungen, die diese Branche in jüngster Vergangenheit machen musste, nur allzu gut nachvollziehbar ist. So sieht die Hälfte der Experten aus dem Musikbereich noch bis zum Jahr 2006 eine Durststrecke vor sich; doch immerhin ein Drittel erwartet bereits 2005 den Aufschwung. Der muss, so vier von zehn Musikexperten, vom Geschäft mit den Downloads kommen; jeweils 17 Prozent der Teilnehmer setzen ihre Hoffnungen auf das Geschäft mit DVD und mobilen Inhalten. Und ein sattes Fünftel traut auch der in die Jahre gekommenen CD offensichtlich noch viel zu. Unterm Strich gilt für die Musikbranche: 46 Prozent der Experten erwarten keine Verschlechterung des Geschäfts, ebenso viele eine Verbesserung. Für Schwarzmalerei bleibt da nicht mehr viel Raum. Kurzum: Alles wird gut.

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