Die Unterzeichnenden lehnen die Kürzung des AgoraEU-Budgets um 30 Prozent ab. In einem offenen Brief fordern sie die EU-Mitgliedstaaten und die irische Ratspräsidentschaft auf, die vorgesehenen 8,6 Milliarden Euro wiederherzustellen. Neben Impala, GESAC, IMPF und EMMA haben unter anderem AEC, ECSA, FIM, Live DMA und YOUROPE den Brief unterzeichnet.
Die Verbände verweisen auf ein Missverhältnis: Während der EU-Haushalt insgesamt nur um rund acht Prozent sinken solle, wäre die Kürzung bei AgoraEU deutlich höher. „Eine marginale Einsparung im gesamten EU-Haushalt hätte dramatische Kosten für Europas Ambition und Fähigkeit, einen wettbewerbsfähigen und vielfältigen Kultursektor und darin ein starkes europäisches Musikökosystem zu unterstützen, zur Folge“, heißt es in dem Schreiben.
Die Verbände führen zur wirtschaftlichen Bedeutung der Branche Zahlen von Oxford Economics aus dem Jahr 2020 an. Demnach trägt die Musikwirtschaft 81,9 Milliarden Euro zum BIP der EU bei und sichert zwei Millionen Arbeitsplätze. Hinzu kommen jährliche Exporterlöse von 9,7 Milliarden Euro. Gleichzeitig geraten Künstler:innen und unabhängige Unternehmen durch KI, Marktkonzentration, Streaming-Betrug und intransparente Streaming-Modelle zunehmend unter Druck. Diese Hürden lassen sich mit nationalen Investitionen allein nicht überwinden. Ohne europäische Unterstützung droht, dass Talente unentwickelt bleiben und künftige internationale Erfolge ausbleiben.
Die Allianz fordert daher, die Kürzung abzulehnen und AgoraEU mindestens mit den von der Kommission vorgeschlagenen 8,6 Milliarden Euro auszustatten. Zugleich solle man sich dem Vorschlag des Parlaments von 10,7 Milliarden Euro annähern. Für Musik verlangen die Verbände eine zweckgebundene Förderung im EU-Haushalt von 2028 bis 2034, die mindestens dem Vorschlag der Parlamentsberichterstatterin Emma Rafowicz entsprechen soll. Zudem müsse es eigene Ausschreibungen für Musik entlang der gesamten Wertschöpfungskette geben, die auch kleineren und unabhängigen Akteuren offenstehen. Dabei sollten Talententwicklung, die grenzüberschreitende Verbreitung von Musik und der Aufbau von Publikum gefördert werden.
All diese Zusagen müssten in der AgoraEU-Verordnung verankert werden, bevor die Verhandlungen abgeschlossen sind. Die Verbände appellieren: „Lehnt die Kürzungen ab und gebt diesem Talent die Investitionen, die es braucht, um erfolgreich zu sein.“






