musikwoche.de: Wie fanden Sie in diesem Jahr den Echo?
Gerd Gebhardt: Der Echo 2003 war meiner Meinung nach der bisher beste. Er brachte all das auf den Punkt, worum es in unserer Industrie geht: Musik, Künstler, Emotionen und Engagement weit über die Grenzen der Musik hinaus.
mw: Was war der schönste Moment für Sie?
Gebhardt: Der kam am Sonntagmorgen mit den Einschaltquoten.
mw: Sind Sie rundum zufrieden, oder hätten Sie für 2004 noch den einen oder anderen Verbesserungswunsch?
Gebhardt: Wie immer gibt es Dinge zu verbessern, und wie immer bin ich nicht rundum zufrieden. Jedoch fiel das, was man mir danach von vielen Seiten mündlich oder schriftlich mitgeteilt hat, so positiv aus, dass sogar ich als Nörgler mich zufrieden gebe. Über Verbesserungen möchte ich zurzeit noch nicht reden, da dies im Vorstand erst besprochen werden muss.
mw: Wird der Echo 2004 wieder in Berlin stattfinden?
Gebhardt: Ob die Preisverleihung 2004 in Berlin stattfinden wird, kann ich heute noch nicht sagen. Dennoch hat 2003 gezeigt, dass Berlin als Ort der Verleihung und der Aftershow-Party eine optimale Location darstellt. Aber wie ich schon auf der Pressekonferenz in Berlin sagte: Es liegen auch Offerten anderer Städte vor, über die der Vorstand der Phono-Akademie zumindest beraten muss. Sie zu ignorieren, wäre nicht korrekt.
mw: Hamburg und andere Städte haben Interesse bekundet – wie müsste eine Offerte aussehen, damit Sie dem Bundesverband empfehlen würden, mit dem nächsten Echo wieder von Berlin wegzuziehen – eine Woche kostenlose Nutzung der Color Line Arena für die Proben?
Gebhardt: Es gibt das alte Sprichwort des „Angebots, das man nicht ablehnen kann“. Wenn dieses auf die Phono-Akademie zukommt, muss man sich ernsthaft damit auseinandersetzen. Städte wie Hamburg, Köln, München sind generell sehr interessiert – nun muss sich zeigen, was man offeriert.
mw: RTL will auch weiterhin die Fernsehübertragung des Ereignisses besorgen. Hatten Sie Angebote von konkurrierenden Kanälen?
Gebhardt: Natürlich gab es Angebote von anderen Fernsehanstalten, da man ja wusste, dass wir im dritten Jahr der vertraglichen Zusammenarbeit mit RTL standen. Wir haben uns kurz vor der Veranstaltung auf einen weiteren längerfristigen Vertrag mit RTL geeinigt. Die Kooperation mit dem Sender war bisher äußerst erfolgreich und hat sich mit einer sensationellen Quote im Jahr 2003 bestätigt.
mw: Erstmals lag Echo ein paar Wochen früher als sonst und eröffnete damit die Reihe der großen internationalen Preisverleihungen. War dieses Datum ein wenig zu früh?
Gebhardt: Für die Durchführung des Events war der frühe Termin sicher etwas stressig. Jedoch war unsere Entscheidung, zum einen Echo auf einen Samstag zu legen und zum anderen als erster der großen internationalen Preise der Welt an den Start zu gehen, genau richtig – siehe Robbie Williams, der bei uns, aber nicht bei den Brit Awards war.
mw: Gab es wegen der Filmfestspiele oder der großen Demonstration gegen den Krieg im Irak Beeinträchtigungen?
Gebhardt: Die Berlinale hatte schon die ganze Woche über mit ihren tollen Stars aus Hollywood die Stadt auf das vorbereitet, was sie am Samstag dann beim Echo erwartete. Somit gab es keine Beeinträchtigung, sondern im Gegenteil eine gegenseitige Befruchtung. Auch die Demonstration hat uns nicht behindert.
mw: Wie viele Gäste kamen zur Party?
Gebhardt: Gefeiert haben bestimmt 3.500 Party-Gäste, und es hätten noch mehr sein können, wenn wir nicht schon im Vorfeld sehr strenge Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt hätten. Bei Überprüfungen haben wir dennoch auch gefälschte Eintrittskarten entdecken müssen.
mw: Wie hoch war der Etat für die gesamte Veranstaltung?
Gebhardt: Der Etat der gesamten Veranstaltung liegt bei 2,5 Millionen Euro, und die Finanzierung wird durch die Phono-Akademie gesichert, die wiederum durch die Verträge mit RTL, Mercedes Benz, Bunte-T-Online und anderen die Refinanzierung sicher stellt.






