Unter dem Namen Merlin arbeiten die weltweiten Independents am Aufbau einer Agentur zur globalen Lizenzierung ihrer Kataloge. Das gab eine prominent besetzte Runde um Alison Wenham (WIN), IMPALA-Chairman Martin Mills, Michel Lambot (PIAS), Tom Silverman (Tommy Boy) und Hein van der Ree (Epitaph) am 20. Januar in Cannes bekannt. Die Leitung der Plattform liegt bei Charles Caldas. Der australische Shock-Gründer tritt nun als CEO von Merlin auf und will von London aus arbeiten. Die organisatorischen und operativen Strukturen befinden sich derzeit noch im Aufbaustadium.
Die Arbeitsweise von Merlin könne vom Angebot eines Rahmenvertrags bis hin zu einem One-Stop-Shop reichen, meinte Caldas. Derzeit scheint es allerdings noch einfacher, abzugrenzen, was Merlin nicht sein soll: So sagte Lambot, Merlin solle nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Verwertungsgesellschaften, Distributoren oder Aggregatoren treten. Mills bezeichnete die Plattform als virtuellen fünften Major, und Silverman betonte, man wolle ein Gleichgewicht der Kräfte im internationalen Vergleich mit den Majors und in der Zusammenarbeit mit Plattformen wie YouTube schaffen. Laut Wenham schrecke man dabei auch vor juristischen Schritten nicht zurück.
Zu den Gründungsmitgliedern von Merlin, unter dessen Dach sich dereinst 30 Prozent Weltmarktanteil versammeln sollen, zählen unter anderem der deutsche VUT und Firmen wie Cityslang, edel, Kontor und finetunes. „Eine wichtige Onlineplattform kann vielleicht einem von unseren Labels eine Absage erteilen, auch noch zehn und vielleicht auch noch 100, aber sie kann nicht auf die Zusammenarbeit mit 30 Prozent des Weltmarkts verzichten“, betonte van der Ree.






